Mühlhausen. Immer leistungsfähigere Fahrerassistenzsysteme und die fortschreitende Integration von Multimediaanwendungen führen zu mehr Komplexität und stärkerer Vernetzung der Steuergeräte im Auto. Um dabei Fehlerquellen zu eliminieren, werden Feldtests durchgeführt. Während vor Jahren die Daten dabei noch per Laptop im Fahrzeug aufgezeichnet wurden, greifen Autohersteller und Zulieferer heute immer öfter auf fest im Fahrzeug installierte automotivetaugliche Datenlogger zurück.
Ein Anbieter solcher Geräte ist Telemotive aus Mühlhausen in Baden-Württemberg. "Die Geräte wurden vor allem entwickelt, um hartnäckigen, nur sporadisch auftretenden Fehlern auf die Schliche zu kommen", erläutert Produktmanagerin Stefanie Jungewelter. Da die Ursache eines Fehlers häufig weit vor dem eigentlichen Effekt liegt, sind Datenlogger so ausgelegt, dass sie die Vorgeschichte der Daten aufzeichnen können.
Zur Analyse werden mehrere Steuergeräte über verschiedene Bussysteme wie CAN, LIN, MOST oder FlexRay vernetzt. Tritt ein Fehler auf, gibt die aufgezeichnete Steuergerätekommunikation auf den Bussystemen Aufschluss darüber, von welchem Steuergerät ein Fehler verursacht wurde.
Ein wichtiges Funktionsmerkmal der je nach Ausstattung bis zu 5000 Euro teuren Datenlogger ist, dass sie Daten synchron aufzeichnen können. Das Gerät Blue PiraT von Telemotive funktioniert dabei in einem Temperaturbereich von minus 20 bis plus 85 Grad Celsius. Vorteil für den Testfahrer: Er kann sich ganz auf das Fahren konzentrieren und braucht sich nicht um den Betriebßustand des Datenloggers zu kümmern, da das Gerät die Daten aufzeichnet, sobald sie über die Bussysteme gesendet werden.