Stuttgart. Daimlers hochgelobter neuer Dieselmotor, der OM 651, sorgt für Ärger. Eine fehlerhafte Elektrik im Einspritzsystem des Zulieferers Delphi ist dafür verantwortlich, dass Fahrzeuge mit diesem Triebwerk in den Notmodus schalten und die Geschwindigkeit auf 70 km/h drosseln. Betroffen von der Problematik sind die Versionen 220 CDI und 250 CDI. Diese kommen vor allem in der C- und E-Klasse und in geringem Umfang auch im GLK zum Einsatz.
Insgesamt wurden in Deutschland rund 25.000 Fahrzeuge mit diesem Einspritzsystem ausgeliefert. Bei den betroffenen Autos werden erstmals in der Serie direkt angesteuerte Injektoren verwendet. Der Fehler wurde beim Zulieferer mittlerweile abgestellt. Bislang sind die Probleme bei etwa 2800 Autos aufgetreten. Delphi Deutschland selbst wollte sich zu den Vorkommnissen nicht äußern. Die US-Mutter Delphi hat erst vor wenigen Tagen nach vier Jahren den Gläubigerschutz verlassen. Der Zulieferer war bis zu seiner Abspaltung im Jahr 1999 eine Tochtergesellschaft von General Motors.
Um den Fehler in den Werkstätten möglichst schnell beheben zu können, wurde bei Daimler die Motorenproduktion zugunsten der Ersatzteilversorgung zurückgefahren. Zudem bekommen die betroffenen Autofahrer als eine Art Trostpflaster laut Daimler "eine kleine Aufmerksamkeit im Wert von 200 Euro“ von ihren Händlern. Ärger mit defekter Einspritztechnik hatte Mercedes auch Anfang des Jahres 2005. Damals kamen fehlerhafte Dieseleinspritzpumpen von Bosch. Verschleiß an der Teflonbeschichtung der Pumpen war der Grund für die Schwierigkeiten. Als Reaktion darauf wurden beim weltgrößten Zulieferer damals verfeinerte Qualitätskontrollen bei den Vormaterialien und zeitnähere Belastungstests eingeführt.