Hannover. Fragt man Conti-Chef Elmar Degenhart, wie der Konzern das schafft, spricht er nicht nur über dessen breites Portfolio und seine globale Aufstellung. Degenhart zufolge spielt auch das Managementkonzept der Hannoveraner eine entscheidende Rolle. Dafür hat der Vorstandschef eine eigene Bezeichnung eingeführt: Das Conti 3-i-Modell. „Die drei i stehen für Invention, Innovation und Implementierung“, erläutert Degenhart. „Sie schaffen es nur, schneller zu wachsen als der Markt, wenn sie den Mut haben zu scheitern. Wenn Sie nicht bis zur nächsten Krise warten, um Veränderungen vorzunehmen.“ Neuerungen bei Conti beginnen Degenhart zufolge mit einer Invention – „das ist die Kreativphase, in der Ideen generiert werden.“ Für Degenharts Geschmack sind viele Unternehmen in dieser Hinsicht noch viel zu vorsichtig unterwegs: „Spinnen darf nicht nur erlaubt sein, sondern muss von den Vorgesetzten regelrecht erwünscht sein“, rät er. Förderlich für neue Einfälle seien flache Hierarchien, fachübergreifendes Denken, eine breite Vernetzung und möglichst viel Dezentralität. Freiheit schaffe Ideen, lautet das Credo Degenharts: „Kontrolle ist Gift in dieser Phase.“ Auf diese Inventionsphase folgt die Innovation – „dabei geht es darum, Ideen zu industrialisieren.“ Die Implementierung schließlich ist der entscheidende dritte Schritt – „dann müssen die neuen Ideen produziert und vermarktet werden.“ Das Konzept klingt nach vielen lockeren Brainstorming-Runden, tatsächlich aber steckt eine exakte Planung dahinter. „Es geht darum, die Innovationen im Unternehmen systematisch zu organisieren“, betont Degenhart.
Conti: Mehr Erfolg mit dem Mut zum Scheitern
Continental hat zwar angesichts der schwachen Autokonjunktur in Europa jüngst sein Umsatzziel leicht gesenkt. Dennoch steht der Reifenhersteller und Automobilzulieferer vergleichsweise gut da, Analysten hoben zur Halbjahresbilanz reihenweise ihre Kursziele an.