Bad Homburg. Bridgestone hat eine Technologie zum Bedrucken von Autoreifen entwickelt. Mit dem neuen Druckverfahren lassen sich Pneus nahezu beliebig gestalten, verspricht der Reifenhersteller. Möglich sind Grafiken, Farben und Muster bis hin zu Fotos. Mit einer Serienreife der Drucktechnik rechnet der japanische Zulieferer allerdings „nicht vor dem Jahr 2013“. Bislang musste auf den Seitenwänden von zu bedruckenden Pneus weißer Gummi verwendet werden. So ließ sich ein Ausbleichen verhindern und die Langlebigkeit der Reifen gewährleisten. Ein Nachteil dieses konventionellen Fertigungsprozesses: Der Reifen wiegt mehr und sorgt somit für einen erhöhten Kraftstoffverbrauch.
Die Technologie zum Bedrucken besteht bei Bridgestone aus einer Trägerschicht, die vor dem Ausbleichen schützt, neu entwickelten Farben und einer weiteren Schicht, die die Reifenoberfläche vor äußeren Schäden bewahrt. Theoretisch sind Reifen in jeder Farbe herstellbar. Die Japaner wollen mit ihrer Entwicklung vor allem das Ersatzgeschäft bedienen und denken dabei etwa an den Markt für Fahrzeugtuning und -individualisierung. Angeboten werden sollen die bedruckten Reifen auf ausgesuchten Märkten, voraussichtlich zunächst in Asien, heißt es bei Bridgestone. Neben den höheren Kosten für farbige Reifen stellt sich zudem das Problem der Lagerhaltung aufgrund der geringen Stückzahlen und der hohen Variantenvielfalt. Umwelteinflüsse führen zudem dazu, dass die farbigen Flächen relativ schnell verschmutzen, kritisieren Branchenexperten.