München. Das israelische Technologieunternehmen CellEra hat den ersten massenmarkttauglichen Prototyp einer platinfreien Brennstoffzelle entwickelt. Das Edelmetall Platin bildet den mit Abstand größten Kostenfaktor bei der Produktion von Brennstoffzellen. CellEra will die Kosten für die Entwicklung und Fabrikation gegenüber herkömmlichen Brennstoffzellen um über 70 Prozent reduzieren. "Obwohl Unternehmen seit Jahren an der Entwicklung von Brennstoffzellen arbeiten, konnte sich bislang noch keine Technologie in einem Massenmarkt durch durchsetzen“, so Christian Schütz, Partner beim Investorenkreis Brains-ToVentures, der sich finanziell bei CellEra Technologies beteiligt. Mit Brennstoffzellen lassen sich Luft und Wasserstoff auf direktem Wege in elektrischen Strom umwandeln.
Platin wird dabei als Katalysator in den Elektroden genutzt, um die Gasmoleküle aufzubrechen. "Anstelle von Platin nutzt CellEra andere Rohstoffe wie Eisen, Kobalt oder Silber als Katalysator“, erläutert Walter Czarnetzki von der Hochschule Esslingen. Charnetzki übernahm im Auftrag von BrainsToVentures die technische Due-Diligence-Prüfung vor der Beteiligung. Laut Schütz kostet bei einer herkömmlichen Polymer-Elektrolyt- Membran-Brennstoffzelle (PEM) ein Kilowatt Leistung 2500 bis 4500 Dollar. Bei der von CellEra Technologies entwickelten Brennstoffzelle liege man jetzt bei unter 1000 Dollar. Bei Stückzahlen von mehr als 10.000 rechnet Schütz mit einem niedrigen dreistelligen Dollar-Betrag. Großes Potenzial im Auto sieht Schütz bei Hybridantrieben. Dort soll die Brennstoffzelle anstelle eines Benzinmotors die Batterie aufladen. Möglicher Serienstart: 2015 bis 2017.