Kirchheimbolanden. Der Markt für Doppelkupplungsgetriebe und Turbolader boomt. Davon profitiert insbesondere der US-Zulieferer BorgWarner, der sowohl Turbolader als auch Komponenten für Doppelkupplungsgetriebe im Portfolio führt. "Wir haben schon seit Langem das Know-how, ein Getriebe komplett zu entwickeln, und machen das auch. Das heißt aber nicht, dass wir Getriebe selbst fertigen wollen", erläutert Bernd Matthes, Präsident von BorgWarner Transmission Systems. Das Unternehmen liefert an seine Kunden unter anderem die Getriebesteuerung, die Hydraulik sowie Kupplungen. "Bei Doppelkupplungssystemen wählen wir derzeit unsere Projekte aus. Wir können nicht alles machen", so Matthes.
Von der großen Nachfrage profitieren auch die deutschen Standorte. Erst im Februar 2008 hatte BorgWarner in Arnstadt (Thüringen) mit dem Bau einer neuen Montagehalle begonnen. Mit Investitionen in Höhe von 26 Millionen Euro soll dort das Produktionsvolumen verdoppelt werden. Bis 2010 entstehen in Arnstadt 150 neue Arbeitsplätze. Seit September 2003 werden dort Kupplungen für Doppelkupplungsgetriebe und Allradsysteme hergestellt.
Weiter ausgebaut wird bei BorgWarner auch das Geschäft mit Turboladern. Mitte März erfolgte der Spatenstich für ein Werk im polnischen Rzeszow südöstlich von Krakau. Dort werden ab 2009 jährlich 500.000 Turbolader für europäische Autohersteller produziert. Ein weiterer Ausbau des Standorts ist geplant. Dieselmotoren mit Doppelaufladung sowie mehr Turbolader bei Benzinmotoren durch Downsizing-Konzepte werden nach Ansicht von Matthes das Geschäft mit den Aufladungssystemen weiter vorantreiben.
Nach Einschätzung des US-Unternehmens betrug 2007 der Markt für Turbolader im Pkw-, Lkw- und Offroad-Bereich weltweit rund 21 Millionen Stück. Bis zum Jahr 2012 rechnet BorgWarner mit einem Anstieg auf über 30 Millionen Einheiten.
Der Eintritt neuer Konkurrenten treibt Matthes keine Sorgenfalten auf die Stirn: "Bei der zu erwartenden Marktentwicklung ist selbstverständlich auch Platz für neue Wettbewerber." Erst im Februar hatte der Heidelberger Zulieferer IHI Charging Systems International, ein Gemeinschaftsunternehmen der japanischen IHI-Gruppe aus Tokio und der Daimler AG, angekündigt, in Arnstadt ein Werk für Turbolader bauen zu wollen. Auch Mahle und Bosch (Joint Venture noch im April geplant) sowie die von Continental zugekaufte Siemens-Tochter VDO entwickeln solche Systeme.
"Unser Bestreben ist es nicht, der weltgrößte Hersteller von Turboladern zu werden. Wir wollen technologisch führend sein, aber natürlich - wie alle anderen auch - Geld damit verdienen", macht Matthes deutlich.