Paris/Detroit. General Motors und PSA wollen ihre Allianz auch auf den Produktionsbereich ausweiten und dadurch langfristig millionenschwere Einsparungen erzielen. Insbesondere im Mittelklasse-Segment planen beide Konzerne einen Produktionsverbund und die gegenseitige Nutzung von Werken des Partners. Später könnte dieser Verbund auch auf andere Segmente ausgeweitet werden.
"Die Partnerschaft mit GM schließt im Prinzip keine Bereiche aus, auch nicht den der Produktion“, sagt dazu ein PSA-Vertreter in Paris. PSA-Konzernchef Philippe Varin unterstreicht: Natürlich solle die Allianz dazu führen, dass es "langfristig zu Optmierungen kommt“. So seien einige Werke nun einmal produktiver als andere.
Für Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive in Bergisch Gladbach, eine gute Idee: "Produktionsverbünde zwischen GM/Opel und PSA können weitere Kostenersparnisse bringen und die Flexibilität erhöhen.“
Überwiegend reagiert die Fachwelt eher skeptisch auf die neue Allianz. So sagte der scheidende Ford-Finanzchef Lewis Booth: "Der Zusammenschluss von zwei Autoherstellern löst nicht das Kapazitätsproblem.“ Und dieses Problem drängt: Derzeit gelten die PSA-Werke in Europa nur zu rund 65 Prozent als ausgelastet, die Opel/Vauxhall-Werke zu etwa 75 Prozent. "Die kurzfristigen Probleme von Opel beziehungsweise PSA in Europa werden dadurch nicht gelöst“, findet auch Bratzel. Auch für die geringe Präsenz von PSA in Asien schafft die Allianz keine Lösung: "Es braucht eigentlich einen Partner in Asien wie Suzuki, Mitsubishi oder Mazda“, so Bratzel.