München. Die BMW Group erweitert ihre Entwicklungsstrategie Efficient Dynamics und setzt verstärkt auf Energiegewinnung aus Abgaswärme. Der Hersteller konnte bislang mit Maßnahmen wie Bremsenergierückgewinnung oder Start-Stopp-Automatik die Verbrauchs- und Emissionswerte seiner Autos stärker senken als der Wettbewerb, ergab eine Untersuchung des Kraftfahrt-Bundesamts. "Unsere führende Rolle wollen wir nicht wieder abgeben“, sagt Raymond Freymann, Geschäftsführer der BMW Forschung und Technik GmbH.
Rund zwei Drittel der Energie im Kraftstoff gehen bislang verloren. Einen Teil dieser Verlustwärme will Stephan Neugebauer, Leiter Energiemanagement, mit unterschiedlichen Maßnahmen für den Kurz- und Langstreckenbetrieb in direkt im Fahrzeug nutzbare Energie umwandeln. Neugebauers Vision: "Nie wieder Kaltstart.“ Ein warm gestartetes Auto verbrauche zehn Prozent weniger Sprit. Sein Ziel: Wärme zu speichern, sodass ein geparktes Fahrzeug nicht mehr abkühlt, sondern auf Betriebstemperatur bleibt. Seine Lösung: ein Abgaswärmetauscher. Der beschleunigt die Warmlaufphase bei Ottomotoren und reduziert den Spritverbrauch.
Bei Dieselmotoren wird Abgaswärme genutzt, um den Innenraum zu beheizen. Auch eine Isolierung des Motors mit einer Thermo-Ummantelung soll zum Wärmeerhalt und somit zu einer Verbrauchsersparnis von bis zu zwei Prozent führen. Kurz vor der Vorserienentwicklung steht die Integration eines thermoelektrischen Generators in den Abgasrückführungskühler, der Restwärme in Strom für den Langstreckenbetrieb umwandelt. Der Generator deckt einen Teil des Bordstrombedarfs und soll den Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent reduzieren.