Aachen. Oldtimerfreunden, die um den Nachschub von raren Blechteilen für ihre automobilen Schätze bangen, steht seit Kurzem mit der Firma Beauvary eine weitere, hochkarätige Quelle zur Verfügung. Das Aachener Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Blechteilen in Kleinserie spezialisiert hat, setzt auf das Verfahren der inkrementellen Blechumformung. Die Beauvary-Geschäftsführer Jens Christian Desoi und Till Hanno Pfeifer haben diese Technik der Blechbearbeitung an der Rheinisch- Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) kennengelernt. Eigenen Angaben zufolge ist Beauvary europaweit das erste Unternehmen, das neben institutionellen Anbietern dieses Verfahren anwendet.
Dabei wird zunächst ein Originalmuster in einem 3-D-Scanner vermessen. Anschließend wird ein CAD-Programm mit den ermittelten Daten gefüttert. Bevor das vorgesehene Metallteil bearbeitet werden kann, wird eine Positiv-Form aus Schichtholz gefräst, die später unter der Blechtafel liegt. Sind diese Vorarbeiten abgeschlossen, beginnt der Dorn auf dem Fräsenkopf dreidimensional Linien zu ziehen, die die Kontur des herzustellenden Blechteils nachzeichnen. Jede der Linien wird unter Druck gezogen und formt somit das Blech Schritt für Schritt aus. Nachdem der Dorn wieder an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt ist, fährt er samt Blechtafel einige Millimeter nach unten. Anschließend wird eine weitere Linie gezogen. So wird allmählich die Kontur des Karosserieteils aus dem Blech gedrückt.