München. Bereits 2015 werden 30 Prozent aller Neuwagen in den Emerging Markets Einfachst-Autos sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Prognoseinstituts B&D Forecast. Diese Länder werden dann knapp 44 Prozent des weltweiten Pkw-Bedarfs von jährlich rund 68 Millionen Autos abdecken.
Für Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer kommt daher die Innovation des Jahres 2008 aus Indien, wo vor wenigen Tagen der Hersteller Tata das „One Lakh Car“, ein Auto für 2500 Dollar, vorgestellt hat. „Damit werden alle Showcars in Detroit über Nacht langweilig“, so Dudenhöffer.
Im Jahr 2015 werden laut Studie weltweit mindestens zehn Millionen Billigautos verkauft. Gemeint sind damit Fahrzeuge, die weniger als 10.000 Dollar kosten. Das wichtigste Teilsegment mit etwa 40 Prozent Marktanteil sind Autos von 5000 bis 7000 Dollar. Den größten Wettbewerb erwartet Dudenhöffer bei Fahrzeugen zwischen 7000 und 10.000 Dollar. Dort werden nahezu alle Autohersteller mit abgespeckten Versionen der gängigen Kleinwagen auf Kundenfang gehen.
Die größte Bedeutung haben Billigautos in den Emerging Markets. Etwa neun Millionen der Fahrzeuge, die in diesem Segment 2015 weltweit verkauft werden, finden dort ihre Kunden. Da Konzerne wie GM, Ford oder Volkswagen nicht planen, in den größten Wachstumsmärkten mit Billigautos der beiden unteren Preissegmente vertreten zu sein, stehen solche Unternehmen Dudenhöffers Einschätzung nach vor Wachstumsgrenzen.