Stuttgart. Der Abgasskandal des VW-Konzerns wirft auch beim Autozulieferer Bosch unangenehme Fragen auf. Aus Manager-Kreisen des Wolfsburger Unternehmens ist zu hören, dass Bosch-Repräsentanten zu Krisensitzungen nach Wolfsburg zitiert worden sind, um zu erfahren, was der Zulieferer von den Manipulationen gewusst hat. Die Geschäftsbeziehungen zu den Stuttgartern sollen "stark belastet" sein, so ein VW-Manager.
Bei Bosch gibt man sich zugeknöpft angesichts möglicher gerichtlicher Auseinandersetzungen. Die Stuttgarter liefern an Volkswagen Förder- und Dosiermodule zur Abgasnachbehandlung. Der Zulieferer verkauft diese Systeme unter der Bezeichnung Denoxtronic, seit Anfang 2009 auch in die USA.
Laut Medienberichten hat Bosch zwar Software an Volkswagen geliefert, diese sei aber lediglich für Testzwecke und nicht für den normalen Fahrbetrieb vorgesehen gewesen. Außerdem soll der Zulieferer den Wolfsburgern mitgeteilt haben, dass ein Einsatz gesetzeswidrig sei. Die Stuttgarter betonen, dass ihre Technologie alle bestehenden Abgasnormen einhalte und zudem unterbieten kann.