Stuttgart. Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung bei dem Stuttgarter Spezialisten für Klimatisierungstechnik Behr gehen in die nächste Runde. Nach den bisherigen drei Treffen haben sich die Beteiligten zu drei weiteren Gesprächsrunden verabredet, die bis Mitte März stattfinden sollen. Laut Manfred Schwarz, politischer Betreuungssekretär bei der IG Metall Stuttgart, soll dabei auch geklärt werden, welche finanziellen Vorteile es durch eine Verlagerung zu Alternativstandorten gibt und welchen Beitrag die Arbeitnehmer leisten können, um die Produktion an den bedrohten Standorten zu halten.
Bei Behr sollen im Inland bis zu 440 Stellen wegfallen. In Stuttgart- Feuerbach sind 200, in Kornwestheim bis zu 150 und in Kirchberg 90 Arbeitsplätze gefährdet. In Feuerbach werden Ölkühler und Großkühler für die Industrietechnik, in Kornwestheim thermostatische Regelgeräte und in Kirchberg Heizungs- und Klimaanlagen für die Fahrzeugindustrie hergestellt. Die Standortsicherungsverträge für 2300 Mitarbeiter in den Werken Mühlacker, Pforzheim und Vaihingen laufen bis 2013. Vor rund zwei Wochen hatte der Stuttgarter Kolbenhersteller Mahle angekündigt, 60 Prozent des Industriegeschäfts von Behr zu übernehmen. Der Vertrag dafür soll zum 1. Juni 2010 in Kraft treten.
Derzeit wird die Beteiligung von den Kartellbehörden geprüft. Während die IG Metall mit Mahle ins Gespräch kommen will, um zu erreichen, dass die Fertigung der Industrieprodukte in Stuttgart belassen wird, sieht man bei Behr keine Alternative zur Schließung des Standorts und zu einer Verlagerung. So soll die Fertigung der Industrieprodukte künftig im sächsischen Reichenbach erfolgen, während die Autokühler im 30 Kilometer von Stuttgart entfernt gelegenen Mühlacker produziert werden sollen. "Wir gehen von einer Schließung frühestens zum 30. Juni 2010 aus“, heißt es bei Behr.