Köln/Essen. Nissan will den Kunden dabei ein „rundes“ Erlebnis bieten, eine moderne, Innovationskraft ausstrahlende Atmosphäre im Autohaus schaffen und nicht zuletzt die digitalen Kommunikationskanäle ausreizen. „Kunden kommen immer seltener, aber dafür bestens vorbereitet ins Autohaus. Umso wichtiger ist der einzelne Besuch“, schildert Michael Hungenberg, Leiter der Netzwerk- Entwicklung bei Nissan Deutschland, die Herausforderung. Das neue Konzept setzt auf einen hohen Wiedererkennungswert in allen Nissan-Showrooms und stellt die Technik in den Vordergrund. Bestimmte Autohäuser erhalten auch einen eigenen Nismo- Corner (Nissan Motorsport). Abgeschafft wurde der klassische Bürotisch, an seine Stelle tritt ein Hochtisch samt Barhockern. Für Finanzierungsgespräche gibt es weiterhin ein abgetrenntes Büro. Ein erster Pilotbetrieb mit diesem Konzept wurde bereits im August vergangenen Jahres in Essen bei dem neuen Nissan- Partner BK Motors geschaffen. Seither haben zwölf weitere Betriebe komplett auf das neue „Nissan Retail Concept“ umgestellt. Weitere 18 Betriebe stehen derzeit in der Umsetzungsphase, und zusätzlich 30 Handelsstützpunkte werden noch in diesem Jahr folgen. „In den kommenden zweieinhalb Jahren soll die Modernisierung der Autohäuser flächendeckend umgesetzt sein“, so Hungenberg mit Blick auf die Autohäuser in Deutschland. Deutschland-Chef Thomas Hausch betont, dass Nissan das neue Showroom-Konzept „partnerschaftlich mit dem Händlerverband“ umsetzen wolle. Die Kosten stünden im Verhältnis zu den örtlichen Gegebenheiten, der Importeur beteilige sich selbstverständlich an den nötigen Investitionen. Wie hoch diese Unterstützung ausfällt, will Hausch aber nicht verraten.
Besucherzahl verdreifacht
Für den neuen Nissan-Partner BK Motors zumindest sind die Umbaukosten für den 550 Quadratmeter großen Showroom erträglich geblieben, wie Geschäftsführer Claudio Vinci meint: „Die Kosten sind sehr überschaubar.“ Vinci ist vom Erfolg der Modernisierung überzeugt: „Der Besuchertraffic hat sich hier gegenüber dem früheren Autohaus verdreifacht.“ Auch die Verweildauer im Autohaus sei messbar gestiegen. Vor dem Wechsel zu Nissan befand sich an dem Standort in der Essener Frohnhauser Straße ein Toyota-Autohaus. Vinci zufolge ist das aber nicht allein das Verdienst des aufgefrischten Autohauses: „Der Unterschied besteht vor allem darin, dass Nissan inzwischen auf der Einkaufsliste von Neuwagenkäufern steht. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.“