München. Die Zahl der Hersteller von Starterbatterien in Europa ist stark geschrumpft. Neben den US-Riesen Exide und Johnson Controls, die seit Beginn der 90er-Jahre etliche Batterienbauer wie Varta, Hoppecke, Sonnenschein und Berger übernommen haben, gibt es nur noch wenige Anbieter. Einer von ihnen ist der österreichische Mittelständler Banner, der wie der Rest der Branche mit drastisch gestiegenen Bleipreisen zu kämpfen hat. Seit 2005 hat sich der Preis etwa vervierfacht.
Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen hat im Geschäftsjahr 2006/2007 mit 630 Mitarbeitern einen Umsatz von 147 Millionen Euro erzielt - ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. 30 Millionen des Umsatzes werden in Deutschland erbracht. Von den 3,3 Millionen Starterbatterien, die bei Banner im abgelaufenen Geschäftsjahr produziert wurden, gingen rund 80 Prozent in die Nachrüstung. Zum Vergleich: Johnson Controls fertigt jährlich etwa 120 Millionen Akkus. In Deutschland, dem mit etwa 8,4 Millionen Batterien größten Nachrüstmarkt Europas, "liegen wir mit einem Marktanteil von elf Prozent auf Rang drei", so Günter Helmchen, Geschäftsführer Banner Batterien Deutschland.
Als Reaktion auf die starke Nachfrage will Banner neben Linz einen zweiten Produktionsstandort für Starterbatterien aufbauen. Favorisiert ist Kostolné Kracany in der Slowakei. "Wir werden dort rund 33 Millionen Euro investieren", sagt Marketingleiter Günther Lemmerer. Läuft alles nach Plan, sollen dort ab 2009 Batterien gefertigt werden. Das Werk ist zunächst für eine Million Akkus pro Jahr ausgelegt.
2007 wurde in Linz eine neue Finish-Linie für AGM-Batterien aufgebaut. AGM steht für "Absorbent Glass Mat" und deutet auf den Einsatz von Glasvliesmatten im Akku hin. Dieser Batterietyp hat besonders gute Kaltstarteigenschaften. Die Zyklenlebensdauer (Anzahl der Lade- und Entladevorgänge) ist dreimal so hoch wie bei herkömmlichen Blei-Säure-Batterien. Die Fertigungskosten der AGM-Batterien sind allerdings etwa doppelt so hoch.
"Der AGM-Batterie gehört die Zukunft. Sie ist optimal für sanfte Hybrid-Konzepte geeignet", ist Geschäftsführer Andreas Bawart überzeugt. Seit April 2007 hat Banner 50.000 AGM-Akkus an BMW geliefert. Zwar sieht man bei Banner langfristig viel Potenzial für Lithium-Ionen-Batterien, speziell bei Voll-Hybriden, doch fehlt dem Mittelständler das Geld für eine eigene Grundlagenforschung. Stattdessen baut Banner Know-how über Partnerschaften auf und will sich so - und mit einem kompletten Service - beim Kampf David gegen Goliath behaupten.