Kronberg. In der Automobilbranche erfasse die Digitalisierung nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern auch Entwicklung, Fertigung und Vertrieb sowie die Kundenbeziehungen. „Wir sehen in der Automobilbranche, dass das Thema ‚Connected Vehicle‘ langsam zu greifen beginnt“, sagt Baier. Bei Accenture beobachte man schon länger, dass Führungspositionen mit starkem digitalen Bezug immer häufiger mit externen Kräften besetzt würden. „Diese Entwicklung ist in anderen Branchen schon viel weiter, etwa in der Konsumgüterbranche.“ Der Autobranche empfiehlt Baier deshalb, nicht nur in den eigenen Reihen zu rekrutieren. „Es schadet gewiss nicht, von Amazon und Google zu lernen.“ Die zunehmende Digitalisierung bedeute auch eine Beschleunigung von Innovationszyklen und eine immer wichtiger werdende Kooperation über Unternehmen und Branchen hinweg, so Baier. „Das alte Thema lebenslanges Lernen wird durch die Digitalisierung noch wichtiger als bisher.“
Digitalisierung
Autobranche lernt bei Amazon und Google
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt lässt in der Automobilindustrie Lücken bei der Qualifikation erfahrener Führungskräfte zutage treten. Zugleich eröffnet dieser Mangel jungen, IT-geschulten Nachwuchskräften auch aus fachfremden Branchen neue Karrierechancen im Automobilsektor. „Die Herausforderung, die neuen Technologien in neuen Prozessen und Geschäftsmodellen zu verankern, ist eine riesengroße Aufgabe, der nicht jeder gewachsen ist“, sagt Andreas Baier, Geschäftsführer Automotive bei dem Managementberater und Technologiedienstleister Accenture. „Digitale Vertriebskanäle zum Beispiel kann man nicht mit klassischen Berufslaufbahnen besetzen.“