München. Die Fahrzeugindustrie hat im zweiten Quartal in Deutschland 531,8 Millionen Euro für Werbung ausgegeben – eine Steigerung um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Hamburger Institut Nielsen Media Research, das exklusiv für Automobilwoche die Ausgaben errechnet. Zum Kraftfahrzeugmarkt zählt das Institut neben Pkw auch Nutzfahrzeuge, Zweiräder, Reisemobile, Autohandel und -zubehör sowie die Reifenbranche. Aufgrund des rückläufigen ersten Quartals stiegen die Gesamtausgaben im ersten Halbjahr nur um 0,5 Prozent auf 968,3 Millionen Euro. Nielsen ermittelt die Investitionen in den klassischen Medien. Darunter fallen TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Kino und Internet. Wie schon im vorangegangenen Quartal hat Daimler auch im zweiten sein Werbebudget im Vergleich zum Vorjahr drastisch erhöht: Die Stuttgarter gaben mit 39 Millionen Euro 94,4 Prozent mehr für Werbeschaltungen aus.
Spendabelstes Unternehmen war mit Abstand – wie schon seit Jahren – Volkswagen. Europas größter Autobauer ließ sich auch im zweiten Quartal nicht lumpen und steckte 60 Millionen Euro in die Werbung für seine Produkte. Mehr als ein Drittel der Summe, 23,6 Millionen Euro, floss in die Schaltung von TV-Spots. In Zeitungsanzeigen investierte der Autobauer 12,2 Millionen Euro. Volkswagen hatte im zweiten Quartal im Zuge der Fußball- Weltmeisterschaft vor allem für seine Team-Sondermodelle geworben. Die Reihenfolge der großzügigsten Autowerber im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr ist deckungsgleich: Volkswagen liegt vor Renault, gefolgt von Daimler, Toyota und Opel. Die Wolfsburger zahlten in den ersten sechs Monaten 102,5 Millionen Euro für Reklame und damit aufgrund des schwächeren ersten Quartals insgesamt neun Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr.
Auch Renault reduzierte seine Kosten um 23 Prozent auf 75,9 Millionen Euro. Daimler steigerte in den ersten sechs Monaten seine Werbeausgaben um 64,3 Prozent auf 69,4 Millionen Euro, Toyota zahlte 58,8 Millionen Euro, bei Opel waren es 52,4 Millionen Euro. Im zweiten Quartal dieses Jahres war das Fernsehen das bevorzugte klassische Werbemedium der Fahrzeugindustrie in Deutschland. Für TV-Spots gaben die Unternehmen 188 Millionen Euro aus, im ersten Halbjahr insgesamt 339 Millionen Euro. Im zweiten Quartal schaltete der Kraftfahrzeugmarkt Anzeigen in Zeitungen in Höhe von 125,5 Millionen Euro, in den ersten sechs Monaten belief sich die Summe auf 247,1 Millionen Euro. Nur 17 Millionen Euro gaben die Firmen im zweiten Quartal für Plakate aus – ein Rückgang um rund 36 Prozent. Dagegen stiegen die Ausgaben für Internetwerbung mit einem satten Plus von 36,7 Prozent auf 50,6 Millionen Euro.