Vilsbiburg. Bei Dräxlmaier stehen die Zeichen wieder klar auf Wachstum. "Wir rechnen für 2010 mit einem Umsatz zwischen 1,7 und 1,8 Milliarden Euro“, so Unternehmenschef Fritz Dräxlmaier. Damit wird der Spezialist für Interieur und Bordnetzsysteme "nahezu wieder das Niveau vor Beginn der Krise erreichen“. 2009 hatten die Bayern rund 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Bei der Internationalisierung hat der Zulieferer, der im Interieurbereich vor allem für das Premiumsegment produziert, bereits vor einigen Jahren einen Schwerpunkt im NAFTA-Raum gesetzt. "Es war für uns wichtig, den Grad an Lokalisierung zu erreichen, den unsere Kunden dort benötigen“, erläutert Dräxlmaier das damalige Vorgehen. "Die USA waren und sind ein wichtiger Markt mit großen Volumen und werden es auch bleiben.“
Ebenfalls im Fokus hat der Zulieferer den asiatischen und dabei insbesondere den chinesischen Markt. "Wir werden 2011 einen weiteren Standort in China errichten“, erklärt Dräxlmaier. Herausforderung und Chance zugleich ist für den Zulieferer der Bereich Elektromobilität. Die Vilsbiburger beschäftigen sich seit 2007 mit diesem Thema. Dabei wurden auch die Entwicklungsaktivitäten auf dem Hochvoltsektor ausgebaut. 2009 wurde der erste Serienauftrag für Hochvoltbordnetze aller Mercedes-Benz-und Smart-Modelle mit Batterie-und Brennstoffzellenantrieb, Hybridtechnik und Plug-in-Hybrid abgeschlossen. Insgesamt umfasst der Auftrag 48 Elektrofahrzeug-Derivate aus dem Daimler-Konzern.
Weitere Abschlüsse von Serienaufträgen mit anderen Autobauern stehen nach Angaben der Bayern kurz bevor. Zudem hat der Zulieferer einen Auftrag für Entwicklung und Herstellung von Energiespeichersystemen für Konzeptfahrzeuge "eines großen süddeutschen Premiumherstellers“ erhalten. Für einen weiteren Hersteller aus dem Premiumsegment entwickelt Dräxlmaier die "Hochvoltschaltbox“ eines Stadtautos. Dräxlmaier sieht den Zulieferer gut aufgestellt, um das klassische Bordnetz mit dem Hochvoltbordnetz in einem Gesamtsystem in Einklang zu bringen. Doch der Manager bleibt bei einer Prognose für den Durchbruch des Elektroautos vorsichtig. "Wir rechnen mit einer schnelleren Verbreitung von Hybridfahrzeugen, die Elektromotor und Verbrennungsmotor miteinander kombinieren.“