Krefeld. Im Herbst wird Jochen Arden, 54, die Korken knallen lassen. Denn vor exakt 20 Jahren stellte er auf der IAA in Frankfurt sein erstes eigenes Auto vor: ein Vollcabriolet auf Basis des Jaguar XJS. Von dem Auto wurden in der Folgezeit insgesamt 18 Exemplare verkauft. Der Grundstock für die Arden Automobilbau GmbH war damit gelegt. Vier Jahre später gab der Jungunternehmer folgerichtig sein zweites Geschäftsfeld -- den Jaguar-Einzelhandel -- auf. Allerdings unterhielt Arden weiter enge Beziehungen zur britischen Nobelmarke.
Im Gegensatz etwa zum bayerischen Kleinserienhersteller Alpina, der direkt über die BMW-Werke beliefert wird, beziehen die Krefelder (KBA-Herstellernummer 770) ihre Autos über den Fahrzeughandel. Um technisch immer auf dem neuesten Stand zu sein, werden die Spezialisten allerdings von Jaguar mit aktuellen Fahrzeugdaten gefüttert. Insgesamt veredeln die Krefelder jährlich rund 50 Autos in ihrem 30-Mann-Betrieb. Die Arden-Gruppe wird 2005 einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro erzielen.
Das Angebot reicht von der Jaguar-Haubenfigur für 270 Euro (mit weltweiter Diebstahlgarantie) über Modifikationen an Motor, Fahrwerk oder Interieur bis hin zu 250.000 Euro teuren Komplettfahrzeugen mit eigener Chassisnummer. Vertrieben werden die edlen Autos sowie die Arden-Komponenten über ausgesuchte Händler in 22 Ländern weltweit, in Deutschland über die meisten der rund 90 Jaguar-Händler. Mit einem Dutzend davon pflegen die Rheinländer intensivere Geschäftsbeziehungen. Diese Händler halten teilweise Vorführwagen vor und verfügen über einen separaten Ausstellungsraum.
Neben Deutschland ist England der stärkste Markt für Arden. Wachstum erhofft sich der Firmenchef vom US-amerikanischen Markt, den er künftig stärker bearbeiten will. Der Auslandsanteil liegt mittlerweile bei rund 60 Prozent.
Längst beschränken sich die Aktivitäten des Unternehmens nicht mehr nur auf die Veredelung von Jaguar-Autos. Mitte der 90er Jahre wurde Land Rover als Zweitmarke ins Programm genommen. Insbesondere mit den Modellen Discovery und Range Rover Sport will Arden neue Kunden gewinnen. Aber auch Autos anderer Hersteller werden mittlerweile in Krefeld getunt. Vor vier Jahren gründete der Veredler dazu das Tochterunternehmen Arden Engineering. Hier erhalten Fahrzeuge von Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, ja sogar von Kia und Suzuki über ein Motor-Tuning extra scharfe Krallen.