Freiberg. "Vielleicht schon im zweiten, spätestens im dritten Quartal dieses Jahres“ soll mit der weltweit ersten Produktion von synthetischen Biokraftstoffen (Biomass to Liquid – BtL) begonnen werden, heißt es bei Choren Industries. Ursprünglich wollte der Anbieter von Technologien zur Erzeugung von Synthesegas mit der "Beta-Anlage“ schon zu Jahresbeginn so weit sein. Bei dem Unternehmen aus Freiberg (Sachsen) wird die Verzögerung damit begründet, dass 2009 aus Sicherheitsgründen verschiedene Erweiterungsmaßnahmen für die Beta-Anlage durchgeführt wurden. Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren die internationalen Standards für petrochemische Anlagen nach einigen spektakulären Unfällen (unter anderem in einer Raffinerie in Texas) überarbeitet wurden.
Im Gegensatz zur ersten Generation von Biokraftstoffen, bei der Bestandteile von Nahrungsmittelpflanzen wie Zuckerrohr, Zuckerrüben und Getreide eingesetzt werden, finden bei der zweiten Generation ausschließlich organische Abfälle Verwendung. Dazu gehören beispielsweise Stroh, Holzreste, Abfallprodukte aus der Agrarwirtschaft, aber auch minderwertiges Waldholz. Um die Anlage in Sachsen betreiben zu können, werden pro Jahr rund 65.000 Tonnen Trockenmasse Holz benötigt. Nach dem Hochfahren der Anlage soll eine Kraftstoffproduktion von jährlich 18 Millionen Liter BTL erreicht werden. Das entspricht einem Jahresbedarf von etwa 15.000 Pkw.