Grevenbroich. Der Aluminiumkonzern Norsk Hydro, spezialisiert auf gewalzte Alu-Produkte und Marktführer in diesem Segment in Europa, investiert deshalb in seinem Werk in Grevenbroich 130 Millionen Euro in eine neue Produktionslinie für Karosseriebleche. Dadurch soll die Jahreskapazität in dem Walzwerk von 50.000 auf 200.000 Tonnen gesteigert werden. Im zweiten Halbjahr 2016 soll der Ausbau abgeschlossen sein. „Die europäische Automobilindustrie wendet in steigendem Maße Leichtbau an. Deshalb investieren wir in Grevenbroich“, sagte dazu Oliver Bell, Konzernvorstand für Rolled Products, der Automobilwoche. Norsk Hydro investiert vor allem in moderne Wärme- und Oberflächenbehandlungsanlagen. „Damit richten wir uns klar auf den Zukunftsmarkt Automobil aus“, so Bell. Zusammen mit neu entwickelten Werkstoffen wie der Legierung 6016-X könne Hydo nun besonders hochwertige Aluminiumbleche für Bauteile wie Motorhauben, Türen, Heckklappen und Seitenteile liefern. Diese Legierung erlaubt es, auch große Komponenten wie eine komplette Seitenwand aus nur einem Blech zu fertigen. Die Investition bedeute für Norsk Hydro eine strategische Weichenstellung, betont Bell. „Wir bereiten uns damit gezielt auf den wachsenden Leichtbautrend in der Automobilindustrie vor.“ Die neuen Möglichkeiten zur Wärme- und Oberflächenbehandlung stellten eine Erweiterung der Wertschöpfungskette dar. „Für unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit ist es unabdingbar, das magische Viereck von Forschung & Entwicklung, Erzeugung, Verarbeitung und Veredelung von gewalzten Aluminiumprodukten am Standort Deutschland zu erhalten.“
Norsk Hydro investiert 130 Millionen Euro
Aluminium mit Zukunft
Die Zukunft der Automobil-Karosserie gehört nicht allein den Komposit-Materialien. Neben den weiterhin dominierenden hochfesten Stählen wird Aluminium als Werkstoff für Karosseriebleche immer wichtiger.