Köln. Obwohl in Deutschland über 20 Prozent der Bevölkerung unter Allergien leiden, sehen bislang nur wenige Autohersteller in der Vermeidung allergener Materialien eine Chance zur Differenzierung. Ford und Volvo wollen jetzt das Thema Gesundheit verstärkt in ihrer Markenkommunikation einsetzen. Allergieforscher wie Hans Drexler von der Universität Erlangen- Nürnberg weisen darauf hin, dass in Deutschland 15 Millionen Menschen von Heuschnupfen geplagt werden. Auch beim Thema Verkehrssicherheit spielen Allergien eine Rolle, denn durch tränende Augen, Niesattacken oder allergiehemmende Medikamente wird sie herabgesetzt. "Ein Niesanfall bei Tempo 100 bedeutet viele Meter Blindflug“, sagt Karl Sander, Leiter der Produkt- und Umweltanalytik beim TÜV Rheinland.
Ford beschäftigt sich zwar schon seit 2004 mit dem Thema Allergien, will die Ergebnisse aber erst jetzt intensiver kommunizieren. Im Mittelpunkt steht dabei das Zertifikat "Allergiegetesteter Innenraum“ des TÜV Rheinland. Mit der Zertifizierung verbunden ist ein vierwöchiger Testzyklus, dessen Ziel es ist, Schadstoffe bereits im Einkauf zu vermeiden und den Kontakt der Insassen mit allergenen Stoffen zu minimieren. Gemessen wird an maximal vier Wochen alten Fahrzeugen. Ford nehme die TÜV-Ergebnisse ernst und habe auch schon Dämmmaterial ausgetauscht, sagt TÜV-Experte Sander. Auch Volvo bemüht sich um die allergiesensible Kundschaft. So ist optional ein automatisches Lüftungssystem erhältlich, das zusammen mit austauschbaren Fußmatten unter dem Begriff "Clean Zone Interior Package“ vermarktet wird. Ziel der Schweden ist es, "Fahrzeuge ohne gesundheitsschädliche Stoffe zu entwickeln“.