Herzogenaurach. Letztlich ist dem im Umgang nicht immer einfachen Geißinger sein größter Coup zum Verhängnis geworden: der Einstieg beim wesentlich größeren Zulieferer Continental im Sommer 2008. Dieser Streich hat das Traditionsunternehmen nicht nur finanziell in große Bedrängnis gebracht, sondern auch das Vertrauensverhältnis zwischen Geißinger und der Schaeffler-Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler und deren Sohn Georg zerstört. Geißinger hatte hinter dem Rücken der Eigentümer mit einem chinesischen Investor über einen Einstieg beim Zulieferer verhandelt, um die hohe Verschuldung zu senken. Das war den Eigentümern wohl zu viel Eigeninitiative.
Rauswurf nach Zerwürfnis
ABSTEIGER DES JAHRES: Jürgen Geißinger
Am Ende war die Trennung wohl unvermeidlich, das Verhältnis zerrüttet. Anfang Oktober hatte der Aufsichtsrat des Zulieferers Schaeffler beschlossen, sich von seinem langjährigen Vorstandschef Jürgen Geißinger zu trennen, obwohl dieser die Franken zu einem der profitabelsten Unternehmen der Branche gemacht hatte.