Rüsselsheim/Aachen. Junge Frauen interessieren sich verstärkt für neue Antriebstechnologien bei Automobilen, beobachten Hersteller wie Opel und Ford. Elektromobilität und Hybridtechnologien haben demnach das Potenzial, Türöffner für junge weibliche Talente zu werden. „Es ist erstaunlich, welche Anziehungskraft die neuen, sauberen Technologien auf Frauen haben“, sagt etwa Opel-Chef Karl- Friedrich Stracke. Dies sei eine Chance für die unter Ingenieurmangel leidende Industrie. Auch an den technischen Universitäten wird dieser Trend beobachtet: „Frauen zeigen sich offen gegenüber Elektromobilität, und der dort geforderte interdisziplinäre Ansatz reizt sie“, stellt Lutz Eckstein, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen, fest. „Wir haben deshalb die Hoffnung, verstärkt Frauen für unsere Studiengänge begeistern zu können.“
Die fachlichen Anforderungen seien jedoch keinesfalls geringer, sondern vielmehr noch umfangreicher, warnt Eckstein. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist allerdings skeptisch, ob sich der Ingenieurmangel durch die Anziehungskraft der neuen Technologien spürbar verringern lässt. „In der Metallund Elektroindustrie arbeiten im Durchschnitt etwa 20 Prozent Frauen. Diese Quote hat sich seit vielen Jahren kaum verändert“, sagt Michael Stahl, Arbeitsmarktexperte bei Gesamtmetall. Der Anteil junger Frauen unter den Auszubildenden in technischen Berufen liege ebenfalls über viele Jahre hinweg stabil bei sieben Prozent. 2010 waren nur elf Prozent der Studienanfänger bei den Elektroingenieuren Frauen, bei den Maschinenbauingenieuren immerhin 18 Prozent.