Neckarsulm. Als Reaktion auf die Absatzkrise in der Automobilindustrie will Kolbenschmidt Pierburg die Abhängigkeit vom Automobilgeschäft weiter verringern. So soll das Geschäft mit Großkolben für Marineanwendungen oder für Aggregate zur Energieerzeugung ausgebaut werden. Im Geschäftsjahr 2008 hatte der zur Rheinmetall AG gehörende Zulieferer, der neben Kolben auch Pumpen und andere Motorkomponenten herstellt, knapp 2,1 Milliarden Euro Umsatz erreicht. Rund 21 Prozent davon entfielen auf Geschäfte aus dem Bereich Non-Automotive sowie auf das Nachrüstgeschäft. Gerd Kleinert, Vorstandsvorsitzender von Kolbenschmidt Pierburg, erwartet für 2009 "dramatische Rückgänge im Autoabsatz“. Daher ist er erleichtert, dass das andere Tochterunternehmen des Rheinmetall-Konzerns, das Rüstungsunternehmen Rheinmetall Defence, "hervorragend unterwegs ist“ und so für Stabilität im Gesamtkonzern sorgt.
Zudem verweist Kleinert auf eine Eigenkapitalquote von rund 40 Prozent. "Wir verfügen über eine gesicherte Finanzierung und brauchen keinen Kniefall vor den Banken zu machen“, gibt sich der Manager gelassen. Für dieses Jahr rechnet er zwar mit Verlusten, will "2010 aber wieder in die schwarzen Zahlen kommen“. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich der Zulieferer ein Sparprogramm auferlegt. Bis Februar 2009 wurden bereits 1500 Stellen abgebaut, darunter 570 Zeitarbeitsplätze. Derzeit sind rund 11.000 Menschen bei dem Unternehmen beschäftigt. Doch mindestens 1000 weitere Stellen sollen mittelfristig weltweit gestrichen werden.