Autos entwickeln sich immer mehr zu Computern auf Rädern. Das steigert den Komfort und die Sicherheit, bietet aber auch Hackern neue Angriffsflächen. Bisher waren Angriffe auf den CAN-Bus des Fahrzeugs über die OBD-Schnittstelle zwar schon möglich, aber erstens umständlich und zweitens nicht sonderlich ergiebig. Wenn die Autos künftig autonom unterwegs sind, selbst Ersatzteile bestellen oder wertvolle Daten über ihre Fahrer sammeln, lohnt sich ein Hackerangriff viel eher. Zudem wird er einfacher, weil die Autos immer mehr Schnittstellen aufweisen, etwa für die Over-the-Air-Updates oder für den Datenaustausch mit anderen Fahrzeugen.
Angriffe von Hackern können nicht nur hohe Kosten verursachen, sie können auch gefährliche Folgen haben. Beispielsweise muss beim Betrieb von Robotaxis sichergestellt sein, dass Terroristen sie nicht für Attentate nutzen. Künftig könnten Hacker über LTE oder 5G ganze Flotten angreifen, warnt Rainer Witzgall, Managing Director von Karamba Security in Deutschland. Es wäre dann zum Beispiel denkbar, den Abstand, den autonom fahrende Fahrzeuge zum Seitenstreifen halten, zu verändern und auf diese Weise Unfälle herbeizuführen. Je mehr die Vernetzung der Autos zunehme, desto gefährlicher werde die Situation: "Connectivity erhöht die Angriffsmöglichkeiten dramatisch."