Der starke Anstieg der Energiepreise für Strom und Gas stellt für die Unternehmen der deutschen Nichteisen-Metallindustrie (NE-Metallindustrie) ein erhebliches Risiko für deren internationale Wettbewerbsfähigkeit dar. "Die Ausmaße sind existenzbedrohend", heißt es in einer Mitteilung der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle). Es bestehe dringender Handlungsbedarf: "Zeitnah müssen geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um gegenzusteuern." Das am 4. September 2022 veröffentlichte Entlastungspaket der Bundesregierung greife zu kurz. "Wirkungsvolle Maßnahmen für die Industrie müssen folgen, sonst droht die weitere Stilllegung von Produktion", heißt es weiter.
Die WVMetalle fordert als kurzfristige Maßnahme, unbürokratisch Soforthilfen für die Unternehmen in der Grundstoffindustrie bereit zu stellen, um die Produktion zu schützen und Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. "Zur Orientierung der Soforthilfen sollte aus unserer Sicht der durchschnittliche Strom- und Gaspreis aus den letzten zehn Jahren herangezogen werden." Der durchschnittliche Strompreis im Zeitraum von 2012 bis 2021 liegt nach Berechnungen des Verbandes bei 41,74 Euro/ MWh. Dies entspreche einem ähnlichen Niveau wie dem des Industriestrompreises, der Industrieunternehmen in Frankreich durch die ARENH zur Verfügung gestellt wird. Der sogenannte ARENH-Mechanismus erlaubt es alternativen Stromversorgern, in einem rechtlich festgelegten Umfang Strom zu finanziellen Konditionen zu beziehen, die den Erzeugungskosten der historischen Kernenergie in Frankreich entsprechen.