Volkswagen tut sich für die gemeinsame Entwicklung spezieller Mikrochips zur Vernetzung in neuen Automodellen mit einem weiteren Partner zusammen. Man plane beim "Co-Design" eigener Fahrzeugelektronik auch mit dem Halbleiterhersteller ST Microelectronics (STMicro), teilte die Software-Konzernsparte Cariad mit. Dabei geht es vor allem um Prozessoren und Systeme, mit denen Steuergeräte und komplexe Steuerungsaufgaben enger verzahnt werden sollen. VW hatte eigene Initiativen im Chip-Design angekündigt, will die Hardware aber zunächst zusammen mit Industrieexperten entwickeln. VW hat Bosch und den US-Chipkonzern Qualcomm ebenfalls als Partner.
Die Kooperation mit STMicro bedeutet teils eine Abkehr von der bisherigen Art des Chipeinkaufs. VW will dazu übergehen, wichtige Bauteile nicht nur von klassischen Autozulieferern, sondern direkt von Elektronikanbietern zu beziehen. So "gestalten wir aktiv unsere gesamte Halbleiter-Lieferkette", sagte Einkaufsvorstand Murat Aksel. "Wir sorgen dafür, dass genau die Chips produziert werden, die wir für unsere Autos benötigen, und sichern uns Jahre im Voraus die Versorgung mit nachgefragten Mikrochips." Die Versorgungskrise bei Halbleitern hatte große Löcher auch in die VW-Produktion gerissen.