Die Zulieferer Köhler Automobiltechnik und Hubert Schlieckmann sind zur Köhler Group zusammengeschlossen worden. Die beiden nordrhein-westfälischen Spezialisten im Bereich der Metallumformung zählen seit mehr als 15 Jahren zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz. Der Fokus der Unternehmen liegt auf den Themen Leichtbau und Produktion rund um die E-Mobilität. Der Hauptsitz der Köhler Group ist Lippstadt. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 570 Mitarbeiter und erreicht einen Umsatz von 109 Millionen Euro. Vor der Corona-Pandemie hatte der Umsatz der beiden Firmen noch rund 130 Millionen Euro betragen. Davon entfielen etwa 80 Millionen Euro auf Köhler Automobiltechnik.
Köhler und Schlieckmann verschmelzen
Die Köhler Automobiltechnik aus Lippstadt ist auf komplexe umformtechnische Kraftfahrzeugkomponenten spezialisiert und fertigt Stahl- und Edelstahlerzeugnisse für den Außen- und Innenbereich von Fahrzeugen sowie sicherheitstechnische Systeme im Betankungsumfeld. Zudem werden Geräte und Anlagen zur Korrosionsprüfung und Umweltsimulation entwickelt und gefertigt.
Der Zulieferer Schlieckmann aus Marienfeld bei Gütersloh ist Umformspezialist für Aluminium, Stahl und Edelstahl und produziert unter anderem Sitz- und Karosserieteile, Abgassysteme, sowie Sichtblenden.
"Durch den Zusammenschluss kann die Köhler Group den Fahrzeugherstellern als Metallumformungsunternehmen eine wesentlich größere Bandbreite bieten. Die Portfolios der Firmen sind komplementär", erklärt Hans-Jürgen Kracht, CEO der Köhler Group. Schlieckmann arbeite bei seinen Umformprozessen beispielsweise mit wesentlich höheren Presskräften. "Auch bei Themen wie Einkauf, Marktauftritt, Datensicherheit oder Umweltschutz können wir auf eine ganz andere Basis zurückgreifen, als wenn jedes Unternehmen für sich marschiert", so Kracht weiter.
Für die Belegschaft sieht er keinen Grund zur Besorgnis. "Wir verfügen derzeit über einen relativ guten Auftragseingang, sodass wir Fachkräfte suchen. Bei der Zusammenlegung der beiden Unternehmen haben wir nicht die Zielrichtung, Strukturmaßnahmen durchzuführen um Mitarbeiter abzubauen."
Und die Gruppe hat Wachstumspläne: "Wir schauen uns den Markt wegen Chancen im Bereich M&A genau an. Es gibt durchaus Kandidaten, Details will ich allerdings nicht nennen. Falls sich eine der Übernahmen realisieren lässt, würden wir 2022 unserer Zielmarke von 250 bis 300 Millionen Euro Umsatz für die Köhler Group schon recht nah kommen", sagt Markus Mönkhoff, Partner bei Hannover Finanz. Er hatte die Vereinigung der beiden Unternehmen gemeinsam mit dem Management maßgeblich vorangetrieben.
Er rechnet damit, dass durch die schwierigen Marktbedingungen wie Corona, Materialknappheit oder Chipmangel viele kleinere Unternehmen in Schwierigkeiten kommen. "Ein Indiz dafür sind auch einige Insolvenzfälle mit denen wir uns beschäftigen. Da gibt es einige interessante Fälle, in denen es darum geht, einen Standort zu übernehmen oder eine Produktion weiterzuführen."
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