Washington. Die Chefs der ums Überleben kämpfenden US- Autokonzerne General Motors (GM), Chrysler und Ford haben am Freitag erneut im Kongress eindringlich um milliardenschwere Finanzhilfen gebeten. In ihrem Werben um Unterstützung stellten GM und Chrysler in Washington sogar eine Fusion in Aussicht, wenn dies zur Bedingung gemacht werden sollte. Aber trotz ihrer Appelle, Angebote und der Vorstellung detaillierter Sanierungspläne blieb zunächst weiter sehr fraglich, ob es zu einer staatlichen Rettungsaktion kommt.
In das Tauziehen um ein Darlehen auf Kosten der Steuerzahler schaltete sich am Freitag auch Präsident George W. Bush ein. Er räumte ein, dass die US-Wirtschaft in einer Rezession steckt und rief den Kongress dazu auf, in der kommenden Woche zu handeln, um drohende Pleiten in der Autoindustrie abzuwenden.
Bush beharrte aber weiterhin darauf, dass zur Rettung bereits gewährte 25 Milliarden Dollar verwendet werden, die eigentlich zur Förderung spritsparender Autos eingesetzt werden sollten. Das lehnen aber die meisten Demokraten ab. Sie wollen stattdessen, dass Geld aus dem 700-Milliarden-Dollar-Fonds zur Rettung der Finanzbranche genommen wird, wogegen sich wiederum das Weiße Haus sperrt. In einem Brief an Bush bekräftigten die demokratischen Spitzen im Senat und Abgeordnetenhaus, Harry Reid und Nancy Pelosi, am Donnerstag (Ortszeit) ihre Forderung.
Insgesamt wollen die "Großen Drei" 34 Milliarden US-Dollar (26,78 Mrd Euro). Die US-Autobauer brauchen einen Teil der Mittel noch vor Weihnachten, um hunderttausende Arbeitsplätze in dieser Schlüsselindustrie vorerst zu retten.
Zusätzliche Dringlichkeit erhielt eine Lösung durch neue Arbeitsmarktzahlen. Danach gingen in den USA im November 533.000 Jobs verloren und damit noch weitaus mehr als ohnehin befürchtet. Vor diesem Hintergrund äußerte auch Bush am Freitag Besorgnis über die Zukunft der Beschäftigen in der Autoindustrie und zugleich darüber, dass Steuergelder an nicht überlebensfähige Unternehmen fließen könnten. Hilfen an die Autobauer aus dem bereits bewilligten 25- Milliarden-Dollar-Betrag müssten davon abhängig gemacht werden, dass die Firmen "harte Entscheidungen" in allen Geschäftsbereichen träfen und damit bewiesen, dass sie nicht nur überleben könnten, sondern auch "blühten".