Köln. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Klimaschutz-Debatte dazu aufgerufen, das Auto nicht zum "Buhmann der Nation" zu machen. "Deutschland und die Automobilindustrie sind aufs Engste verbunden", sagte sie am Dienstag während eines Besuchs in der Europazentrale des Autobauers Ford in Köln. "Ich halte nichts davon, eine Branche - oder da auch noch bestimmte Segmente - in einer bestimmten Weise zu reglementieren. Europa darf nicht in Nachteil gegenüber anderen Regionen der Welt geraten."
Die Autoindustrie tue viel für den Klimaschutz, lobte Merkel. "Ich finde es wirklich beeindruckend, welche Fortschritte hier erzielt wurden. Es ist doch eigentlich interessant, wie die verschiedenen technischen Innovationen ineinandergreifen." Selbstverständlich müssten alle Möglichkeiten zur Senkung des CO2-Ausstoßes geprüft werden, aber dabei müsse man auch realistisch bleiben. "Wir wissen, dass wir ein bestimmtes Zeitfenster haben, um die Herausforderungen des Klimaschutzes zu bewältigen, und wir müssen dieses Zeitfenster nutzen, aber wir müssen natürlich auch die Entwicklungsdauer berücksichtigen", sagte Merkel. Die Politik dürfe der Autoindustrie keine unrealistischen Zeitvorgaben machen, da dies extreme Kosten mit sich bringen würde.