Nagoya. Der weltgrößte Autohersteller Toyota erwartet wegen der globalen Absatzkrise erstmals in der Geschichte des Unternehmens einen operativen Verlust. Wie Toyota-Chef Katsuaki Watanabe am Montag bekanntgab, dürfte im Konzern für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr operativ ein Fehlbetrag von 150 Milliarden Yen (1,2 Mrd Euro) anfallen. Noch vor kurzem hatte der erfolgsverwöhnte Branchenprimus einen Betriebsgewinn von 600 Milliarden Yen erwartet, nachdem im Vorjahr ein Rekordgewinn von 2,27 Billionen Yen eingefahren worden war. "Wir stehen vor einer beispiellosen Notsituation", sagte Watanabe.
Die Lage sei "extrem schwierig und harsch". Nach neun Jahren Verkaufssteigerung hatten der globale Absatzeinbruch und der starke Yen Toyotas Rekordfahrt dramatisch gebremst. Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit revidierte der Konzern seine Prognose nach unten und erwartet nun einen Reingewinn von nur noch 50 Milliarden Yen (rund 400 Mio Euro), 90,9 Prozent weniger als noch im November veranschlagt. Da sich die Lage dermaßen schnell ändere, gab Toyota auch keinen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr ab. Dies sei eine Krise, wie sie nur einmal in 100 Jahren vorkomme, sagte Watanabe.
So gut wie sämtliche Projekte zur Kapazitätsausweitung wurden auf Eis gelegt. "Ich kann nicht sehen, wo die Talsohle ist", sagte Watanabe. In den vergangenen Jahren hatte Toyota den globalen Absatz jährlich um sechs bis acht Prozent gesteigert. Zugleich aber zeigte sich Watanabe zuversichtlich, dass Toyota die Krise meistern werde. Für 2008 geht sein Unternehmen jetzt von einem globalen Absatz von 8,96 Millionen Autos aus, 540.000 weniger als zuvor erwartet. Das sind zudem 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage sei nicht nur in den USA, Europa und Japan gesunken, sondern auch in aufstrebenden Märkten, die bislang robust waren, erklärte Watanabe.