Mexiko-Stadt. Mexiko hat sich zu einem wichtigen Produktionsstandort für Autohersteller aus aller Welt entwickelt. Insgesamt wurden dort im Jahr 2007 rund zwei Millionen Autos gebaut. Über drei Viertel der Fahrzeuge gingen in den Export, darunter jeweils mehr als 250.000 Fahrzeuge von Nissan, General Motors und Volkswagen. In Mexiko selbst wurden im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Neufahrzeuge verkauft. Damit ist Mexiko hinter Brasilien der zweitgrößte Markt Lateinamerikas. Noch prägt der VW Käfer, der im Volksmund „Vocho“ genannt wird, das Straßenbild.
Doch 2003 hat VW die Produktion im Werk Puebla umgestellt. „Wir fertigen dort derzeit die Modelle Jetta und Jetta Sport- Wagon/Golf Variant sowie New Beetle und New Beetle Cabriolet“, sagt ein Unternehmenssprecher. Die Rolle des meistverkauften Autos hat in der Zwischenzeit der Nissan Tsuru eingenommen, der seit Jahren die Nummer eins in Mexiko ist. Wie die meisten Fahrzeuge auf dem mexikanischen Markt wird auch der in Deutschland früher als Nissan Sunny angebotene Tsuru in Mexiko gebaut.
Fast 70.000 Tsuru liefen 2007 im Werk Aguascalientes vom Band. Seit jedoch 2004 ein Freihandelsabkommen für völlig neue Marktverhältnisse sorgte, ließen deutsche Hersteller wie BMW ihre SKD-Produktionen einschlafen und exportieren nunmehr in das umworbene Automobilland. Dort, wo BMW bis vor ein paar Jahren mit 200 Arbeitern Modelle der Dreier-, Fünfer- und Siebener-Reihe zusammenschrauben ließ, entstehen heute die gepanzerten Versionen des 550i und des X5.