München. Die wachsende Nachfrage von Autoherstellern nach innovativen Systemen zur Verbrauchs- und CO2-Reduzierung führt nach Einschätzung von Branchenexperten zu einer Stärkung der Zulieferer. Nach Angaben von Eric Heymann von der Deutschen Bank Research müssen die Hersteller ihre Beziehungen zur Zulieferindustrie intensivieren. Denn dort werden die Technologien entwickelt, mit denen Fahrzeuge weniger Kraftstoff verbrauchen und weniger CO2 ausstoßen: neue Einspritzsysteme für Benziner und Dieselmotoren, Abgasnachbehandlung, Start-Stopp-Systeme und Hybridantriebe. „Die Zulieferer werden ihre Kompetenz zur Entwicklung effizienterer Antriebskonzepte, leichterer Materialien und anderer Technologien beisteuern, um die Effizienz von Fahrzeugen zu steigern“, sagt Heymann.
Die EU bereitet derzeit Gesetze zur Verringerung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes von Neuwagen in Europa von rund 160 g/km auf 120 g/km zwischen 2012 und 2015 vor. „Um neue Technologien in das Fahrzeug zu integrieren, müssen Autohersteller und Zulieferer eng zusammenarbeiten“, sagt Shigehiro Nishimura, Präsident von Denso Europe. „Vor allem Produzenten von Spritspartechnologien werden ihre Ertragslage verbessern können“, ist er überzeugt. Denso arbeitet an der Optimierung von Motorsteuerungssystemen und liefert Komponenten für Hybridfahrzeuge wie den Toyota Prius.
Lars Holmqvist, Chef des europäischen Zuliefererverbands CLEPA, ist überzeugt: „Die neuen EU-Regelungen werden innerhalb von zehn Jahren weltweit umgesetzt.“ Mit der passenden Technologie besitze die europäische Zulieferindustrie einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Bernd Bohr, Bosch-Geschäftsführer des Bereichs Kraftfahrzeugtechnik, erwartet, dass in vier oder fünf Jahren mehr als die Hälfte aller in Europa neu zugelassenen Fahrzeuge mit Start-Stopp- Systemen ausgerüstet sein werden. Außerdem seien Turboaufladung, Benzindirekteinspritzung und Hubraumverkleinerung kostengünstigere Möglichkeiten zur Verbrauchsreduzierung als ein Benzin-Hybrid-Antriebsstrang.