München. Das Angebot an Frischluft-Modellen ist in der Cabrio-Saison 2008 so groß wie noch nie. Laut dem Marktbeobachtungsunternehmen Jato Dynamics gibt es in diesem Jahr rund 52 Prozent mehr offene Pkw als noch Anfang 2005. Insgesamt 724 unterschiedliche Cabrio-Modelle werden derzeit angeboten. Der Marktanteil blieb hingegen in den vergangenen Jahren in etwa konstant, zuletzt, im Jahr 2007, lag er bei 4,4 Prozent (2005: 4,3 Prozent). „Das Angebot im B- und C-Segment ist deutlich größer geworden, speziell der BMW Einser und der A3 werden das Geschäft beleben", sagt Nick Margetts, Geschäftsführer von Jato Dynamics. Zudem verspreche das Cabrio-Segment mit seinen emotionalen Produkten Herstellern wie Händlern hohe Gewinnmargen. Damit baut die Branche ein profitables Nischensegment aus, das einmal den schrumpfenden Geländewagen-Absatz kompensieren könnte.
Bei BMW ist der 118i mit 143 PS für 28.550 Euro das Cabrio-Einstiegsmodell. Der 135i leistet 306 PS und kostet mindestens 43.700 Euro. Neben dem Dreier Cabrio gibt es auch vom Luxus-Coupé der Sechser-Baureihe eine offene Version, die seit der letzten Modellpflege im vergangenen Jahr auch mit einem 286 PS starken Diesel zu haben ist. Audi hat derzeit ebenfalls drei Cabrio-Modelle im Angebot. Eine Spider-Variante des R8 und ein offener A7 werden folgen. Derzeit beginnt das Frischluft-Vergnügen bei 31.205 Euro für das A3 Cabriolet Attraction mit einem 160 PS starken TFSI-Motor.
Der bei Karmann gebaute offene Audi A4 wird 2009 vom A5 Cabrio abgelöst. Darüber hinaus bietet die VW-Tochter den zweisitzigen TT Roadster an, den es seit Kurzem auch mit Dieselmotor zu kaufen gibt. Einen offenen Diesel-Sportwagen bietet sonst nur noch Alfa Romeo: Der Spider lockt Kunden vor allem durch sein attraktives Design. Frisch geliftet kostet der günstigste Spider mit 185-PS-Vierzylinder 33.750 Euro. VW kann derzeit neben dem New Beetle nur den Eos im Cabrio-Segment vorweisen. Der Viersitzer mit faltbarem Hardtop buhlt zusammen mit dem Opel Astra TwinTop, dem Ford Focus Coupé-Cabriolet, dem Peugeot 307 CC und dem Renault Mégane CC um die Gunst der Käufer.
Mercedes schickt die modellgepflegten Zweisitzer SL und SLK ins Rennen, die nun dank neuer Motoren etwas sportlicher auftreten sollen. Der offene CLK wird hingegen Ende 2009 abgelöst.
Deutlich kompromissloser präsentiert sich der Honda S2000. Der heckgetriebene Roadster gehört wie Lotus, Morgan oder Wiesmann zu den Exoten auf dem Markt. In der gleichen Klasse bietet Opel den GT an. Der Zweisitzer aus US-Produktion mit 265 PS ist mit 32.400 Euro vergleichsweise günstig. „Kunden, die sich für solche Nischenfahrzeuge interessieren, verhandeln nicht lange", weiß Margetts. Daher wird das Angebot im Cabrio-Segment weiter wachsen. So wartet die Branche bereits mit Spannung auf das Golf VI Cabrio - das das Klappdach-Cabrio Eos nicht ersetzen, sondern ergänzen soll.