München. Bei westeuropäischen Autokäufern setzt offenbar ein Umdenken ein. In den ersten vier Monaten des Jahres gingen die Verkäufe von Geländewagen um knapp vier Prozent zurück – trotz einiger Modellneuheiten wie dem VW Tiguan. Vor allem in Ländern, in denen bereits eine CO2-basierte Steuer eingeführt wurde, werden SUVs zu Ladenhütern.
„In Frankreich wurden im ersten Quartal 40 Prozent weniger SUVs verkauft, obwohl der Gesamtmarkt um fünf Prozent zunahm“, sagt Peter Schmidt, Geschäftsführer des Branchendiensts AID. Einzig in Deutschland und Großbritannien waren noch Zuwächse zu verzeichnen. Dass dabei auch Geländewagen-Fossile wie das Mercedes G-Modell (plus 12,6 Prozent) und der Land Rover Defender (plus 202,3 Prozent) zulegten, hat laut Nick Margetts, Geschäftsführer des Marktbeobachters Jato Dynamics, nur wenig Relevanz: „Das sind Autos, die aufgrund ihrer Nutz-Eigenschaften von Stammkunden gekauft werden.“
Die Stückzahlen von Luxus-SUVs und großen Geländewagen nehmen sich absolut gesehen ohnehin gering aus. Das gilt auch für die Hummer aus dem GM-Konzern, die von einem deutlich verbesserten Vertriebsnetz profitieren – noch, denn GM-Chef Rick Wagoner hat jüngst den Verbleib der Marke im Konzern-Portfolio infrage gestellt. „Derzeit ziehen wir alle Möglichkeiten in Betracht, von einer kompletten Überarbeitung des Modellprogramms bis zum teilweisen oder kompletten Verkauf der Marke“, sagte Wagoner vor Aktionären.