Detroit. Der Dieselanteil auf dem US-amerikanischen Fahrzeugmarkt könnte bis zum Jahr 2020 von derzeit drei auf 20 Prozent steigen. Diese Erwartung äußerten führende Manager der Automobilindustrie auf dem SAE World Congress in Detroit. Darüber hinaus könnten zehn Prozent aller Fahrzeuge bis dahin über Hybridtechnik verfügen. Grund für diese Entwicklung sei der auch bei amerikanischen Autokäufern stärker werdende Wunsch, verbrauchsarme Fahrzeuge zu fahren.
Die für amerikanische Verhältnisse überraschenden Zahlen brachte Tim Manganello, CEO von BorgWarner, ins Spiel. Ford-Produktchef Derrick Kuzak und Toyota Vice President Engineering Ed Mantey stimmten zu. Manganello begründete seine Prognose mit den Marktstrukturen in Europa, wo der Diesel schon lange populär ist. "Europa ist ein führender Indikator auf dem Gebiet der Antriebstechnologie", sagte Manganello, der darüber hinaus bis 2013 mit einer Verdopplung der Zahl der Fahrzeuge mit aufgeladenen Benzinmotoren rechnet.
Don Walker, Co-Chef von Magna International, erwartet für 2013 ein jährliches Absatzvolumen von 1,7 Millionen Hybridfahrzeugen weltweit. Davon sollen 765.000 auf den US-Markt entfallen. Gerade dort legt der Hybrid derzeit stark zu: Im vergangenen Jahr wurden 338.851 Hybridautos abgesetzt - 34,5 Prozent mehr als 2006. Um die Herausforderungen ökologisch anspruchsvoller Märkte zu meistern und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen zu können, müssten verstärkt globale Plattformen genutzt werden, sagte Walker. Gleichzeitig sei es wichtig, dass die Zulieferer sich ihre schnelle Reaktionsfähigkeit bewahren. Sie müssten mit ihren Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten überall dort vertreten sein, wo sie gebraucht werden.
Ford-Produktchef Derrick Kuzak hob die Absicht des Herstellers hervor, die Produktentwicklung im Rahmen des Programms "One Ford" mit globaler Ausrichtung neu zu ordnen. "Wir waren zu komplex", sagte Kuzak. "Unsere Prozesse waren zu verzweigt, Zuständigkeiten waren unklar. Es war schwierig, mit uns zusammenzuarbeiten." Der neue Plan soll durch Einführung einer "weltweiten DNA" für alle Ford-Fahrzeuge die Entwicklung vereinfachen und Arbeitsprozesse erleichtern.
Ed Mantey vom Technischen Zentrum Toyotas in Ann Arbor betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Fahrzeugentwicklung. In jeder Phase müsse eine enge Abstimmung zwischen den Herstellern und den Zulieferern gewährleistet sein.