Wolfsburg. Der Fahrzeughersteller VW und die Forschungsgesellschaft Fraunhofer gründen im ostdeutschen Chemnitz ein gemeinsam zu betreibendes „Exzellenzzentrum Automobilproduktion“. Wichtigste Aufgabe der Einrichtung ist die Suche nach neuen Lösungen für eine möglichst flexible und ressourcenschonende Pkw-Fertigung. Dazu sollen über die kommenden fünf Jahre insgesamt bis zu 50 wissenschaftliche Arbeitsplätze eingerichtet werden.
„Globale Klimaschutzziele und die langfristige Verfügbarkeit von Ressourcen stellen Automobilbauer vor wachsende Herausforderungen“, räumte VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann in Wolfsburg bei der Vertragsunterzeichnung für das Exzellenzzentrum ein. „Wer Energie sparen will, optimiert daher nicht nur seine Produkte, sondern auch die begleitenden Produktionsverfahren.“ Deshalb sollen am geplanten Forschungszentrum „die wesentlichen Einheiten einer Karosserieproduktion abgebildet werden“.
So können VW-Fertigungsspezialisten und Fraunhofer-Forscher in Chemnitz gemeinsam simulieren, ob sich innovative Theorien zur Autoherstellung auch in der betrieblichen Praxis bewähren. Als besonders vielversprechende
Arbeitsgebiete nennt VW die Minimierung von Materialverlusten, die Effizienzsteigerung von Performance-Presswerken und die Umstellung auf Niedrigenergie-Umformmaschinen in laufenden Fabriken. Überdies lassen sich komplette Produktionsstraßen vor dem Montagestart im Testbetrieb auf potenzielle Schwachstellen analysieren.
Der Kooperationsvertrag von VW und Fraunhofer-Gesellschaft sieht auch die Aus- und Weiterbildung qualifizierter Nachwuchswissenschaftler vor. VW-Mitarbeiter sollen im Exzellenzzentrum Automobilproduktion nach Angaben des Konzerns unter anderem „die Gelegenheit erhalten, in den Versuchsfeldern der gemeinsamen Forschungsfabrik neue Produktionsverfahren bis zur Serienreife zu erproben und sich selbst entsprechend zu qualifizieren“.