Bratislava. Volkswagen könnte nach Gewerkschaftsangaben wegen des Konjunkturabschwungs nun auch in seinem Werk in der slowakischen Hauptstadt Bratislava die Produktion drosseln. "Wir wissen, dass Volkswagen erwägt, die dritte Schicht zu streichen", sagte der Chef des Verbandes der Gewerkschaften, Miroslav Gadzik, nach einem Treffen mit Ministerpräsident Robert Fico. Volkswagen Slovakia war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In Bratislava (Preßburg) baut VW die Geländewagen Touareg und Audi Q7 und montiert das Porsche-Modell Cayenne vor. Der Absatz der großvolumigen Modelle leidet seit längerem unter den steigenden Benzinpreisen.
Slowakischen Medienberichten zufolge soll die Produktion in Bratislava in diesem Jahr um 6000 Wagen gekürzt werden. Geplant war eigentlich eine weitgehende Produktion von 250.000 Autos. Das osteuropäische Land ist stark vom Fahrzeugexport abhängig. Volkswagen Slovakia ist das umsatzstärkste Unternehmen in der Slowakei.
Die Folgen der Finanzkrise zwingen Autobauer europaweit zu Einschnitten in der Produktion. Die Volkswagen-Töchter Seat und Skoda haben bereits angekündigt, im spanischen Martorell und in der tschechischen Hauptstadt Prag weniger Autos zu bauen. Opel hält die Produktion in fast allen europäischen Werken für zwei Wochen an, Ford drosselt die Produktion in Saarlouis. (dpa-AFX/gem)