Washington. Mit einschneidenden Sanierungsprogrammen im Gepäck haben die krisengeschüttelten US-Autobauer abermals versucht, den Kongress von neuen Milliardenhilfen zu überzeugen. Die Chefs der Opel-Mutter General Motors (GM) sowie von Ford und Chrysler versprachen am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats, für Staatsdarlehen in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar Kosteneinsparungen und die verstärkte Entwicklung kleinerer umweltfreundlicher Autos.
Die Anhörung vor dem Gremium dauerte fast sechs Stunden. Darin schlossen die Vorstandsvorsitzenden von GM und Chrysler, Rick Wagoner und Robert Nardelli, auch eine Fusion ihrer Unternehmen nicht aus, sollte dies zu einer Bedingung für die Finanzhilfen gemacht werden.
Ausschussmitglieder reagierten in dem Hearing jedoch weiter skeptisch. "Ich bin dagegen, die drei großen Autohersteller freizukaufen", sagte der führende Republikaner in dem Gremium, Richard Shelby. "Die Autofirmen müssen demonstrieren, dass sie zu Reformen entschlossen sind", erklärte der demokratische Ausschussvorsitzende Chris Dodd. "Gutes Geld darf nicht schlechtem hinterhergeworfen werden." Dodd bekräftigte jedoch nach Abschluss der Anhörung zugleich, dass Untätigkeit keine Option sei. "Wir müssen uns (um eine Lösung) bemühen", sagte Dodd. An diesem Freitag wollen die drei Firmenchefs vor dem Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses ihre Position darlegen.
Wagoner räumte im Senatshearing ein, sein Unternehmen habe "Fehler" begangen. General Motors habe nicht rasch genug in spritsparende Modelle investiert. Als Schlüsselelemente des Sanierungsplans nannte Wagoner unter anderem verstärkte Investitionen in umweltfreundliche Modelle wie den Chevy Volt, eine Verringerung von Marken, Modellen und Verkaufsfilialen sowie mit Blick auf die Arbeitskosten "volle Wettbewerbsfähigkeit" mit ausländischen Konkurrenten bis 2012. Dieser Plan "positioniert GM für den langfristigen Erfolg", sagte er. Das Darlehen solle bis zum Jahr 2012 zurückgezahlt werden.
Nardelli kündigte ebenfalls umweltfreundliche Modelle und Kosteneinsparungen an. "Chryslers langfristiger Produktplan ist robust, realistisch und grün", sagte er. Werde der Staatskredit gewährt, solle er ebenfalls von 2012 an zurückgezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende von Ford, Alan Mulally, will über die nächsten sieben Jahre 14 Milliarden Dollar investieren, um den Benzinverbrauch der Ford-Flotte zu senken. Zudem seien die Schließung von mehreren Fabriken und andere Kostensenkungen geplant. "Wir wollen schlank und profitabel werden", betonte Mulally.