Detroit. Das Abfindungsangebot des verlustreichen US- Autobauers General Motors (GM) werden nach Einschätzung der Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW höchstens 20.000 der 74.000 betroffenen Mitarbeiter annehmen. Die Zahl könne eher bei 15.000 Beschäftigten liegen, sagte UAW-Chef Ron Gettelfinger am Donnerstag laut US-Medien. Viele Mitarbeiter zögerten wegen der Immobilienkrise und der schwächeren Konjunktur, ihren Job aufzugeben. Der Opel-Mutterkonzern GM äußerte sich selbst bislang nicht zur erwarteten Größenordnung.
Nach einem Rekordverlust von 39 Milliarden Dollar (27 Mrd Euro) hatte der größte US-Autohersteller am Dienstag allen seinen 74.000 gewerkschaftlich organisierten US-Beschäftigten Abfindungspakete offeriert. GM will die freiwerdenden Stellen zu einem noch nicht bezifferten Teil mit schlechter bezahlten Kräften wiederbesetzen. Angesichts der erwarteten Annahmequote schätzt Gewerkschaftschef Gettelfinger, dass sogar fast alle Arbeitsplätze neu besetzt werden könnten - wenn auch zu neu geschaffenen Niedriglöhnen.
Auch die zwei anderen US-Hersteller Ford und Chrysler versuchen derzeit, über Abfindungsangebote mittelfristig Milliardenbeträge zu sparen. Bei Ford richtet sich die Offerte an einen Großteil der knapp 58.000 organisierten Schichtarbeiter. Völlig offen ist, wie viele Beschäftigte einwilligen und welche Zahl Ford anpeilt. Chrysler hatte im Herbst den Abbau von mehr als 12.000 weiteren Stellen angekündigt - zusätzlich zu rund 13.000 wegfallenden Arbeitsplätzen im Zuge eines Programms vom Frühjahr. Der deutsche Daimler-Konzern hatte im Sommer die Mehrheit an Chrysler bis auf knapp 20 Prozent verkauft.