Daher strebt auch das Management der Kögel Fahrzeugwerke, eines Zulieferers von Anhängern und Aufbauten, inzwischen nach einer weiteren „Kostenoptimierung am Standort Deutschland“. Neben „Standardisierung“ und „Rationalisierung“ nannte Kögel-Geschäftsführer Alexander Tietje bei dem VDA-Workshop in Frankfurt „hohe Produktivität und den Einkauf großer Mengen gleicher Teile“ als vielversprechende Ansätze. „Für die internationalen Nutzfahrzeughersteller sind nicht nur die Anforderungen an sich gestiegen“, resümierte Göran Simonsson, Geschäftsführer für Zentraleuropa bei Volvo Trucks, „sondern auch Anzahl und Art der Anforderungen.“ Denn obwohl etwa „die Entwicklung neuer Lkw heute hauptsächlich durch die Abgasgesetze bestimmt wird“, so Simonsson, gebe es weder global gültige Abgas- noch weltweit bindende Kraftstoffnormen.
Von internationalen Richtlinien für alternative Kraftstoffe ganz zu schweigen. „Die Lkw-Industrie steht insgesamt vor einer gewaltigen Aufgabe“, heißt es in der Studie „Route 2020 – die Zukunft des globalen Lkw-Marktes“ der Consultants von McKinsey. „Im Vergleich zur heutigen Ausgangslage kommen auf sie in den nächsten fünf Jahren Ergebnisbelastungen von mehr als zehn Milliarden Euro netto zu.“ Einerseits würden sich zwar durch eine steigende Nachfrage, insbesondere im Segment sogenannter Heavy-Duty-Trucks mit mehr als 15 Tonnen Nutzlast, sowie aufgrund neuer kostensenkender Plattformkonzepte und Gleichteilestrategien positive Ergebniseffekte einstellen. Andererseits kommen laut McKinsey aber auch schwere Lasten auf die Brummi-Branche zu: neben weiter steigenden Rohmaterialpreisen und verschärften Abgasnormen etwa erhebliche Aufwendungen zur Senkung des Spritverbrauchs und verschärfter Wettbewerbsdruck durch neue Konkurrenten, vor allem aus China und Indien.
Studienleiter Bernd Heid: „Der hohe Investitionsbedarf begünstigt Hersteller, die Größenvorteile nutzen können.“ Doch damit allein kann selbst Weltmarktführer Daimler Preiserhöhungen nicht vermeiden. „Der Rohstoffpreisanstieg – insbesondere bei Stahl – wird das Ergebnis in 2008 mit einem mehr belasten“, heißt es im Stuttgarter Konzern. „Wir tun alles, um den Anstieg zu kompensieren, sowohl durch Optimierung der Serienprodukte und Wechsel zu alternativen Materialien als auch durch die intensive Zusammenarbeit in der weltweiten Einkaufsorganisation.“ Dennoch müssen die Preise für Lastkraftwagen der Marke Mercedes-Benz nun um drei Prozent angehoben werden.