Gelsenkirchen. In der Biosprit-Debatte hält der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer die Angaben der Autoindustrie für überzogen. "Nach unseren Berechnungen vertragen rund 500.000 Autos auf Deutschlands Straßen eine Verdoppelung des Bioethanol-Anteils nicht und müssten den teureren Super-Plus tanken", sagte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Hersteller selbst gaben insgesamt rund 3,5 Millionen Autos an, die den neuen Biosprit nicht tanken könnten. Daraufhin hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) seine Biosprit-Pläne gestoppt.
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sprach zunächst von mehr als einer Million Importfahrzeugen mit Benzinmotor, die den neuen E 10-Sprit nicht vertragen hätten. Am Freitag wurde die Zahl auf 3,3 Millionen aufgestockt. Viel niedriger fallen die Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) aus: Bei den deutschen Marken - die mehr als zwei Drittel des hiesigen Marktes ausmachen - seien etwa 189.000 Autos betroffen.