Genf. Während das Management von Porsche eine noch engere Zusammenarbeit mit Volkswagen plant, verschärft sich der Streit zwischen dem VW-Betriebsrat und dem Stuttgarter Sportwagenhersteller.
So bereitet die Arbeitnehmerseite im VW-Aufsichtsrat weitere juristische Schritte gegen den Einstieg von Porsche bei VW vor: "Wenn Porsche die 50-Prozent-Schwelle bei der VW-Beteiligung überschreitet, klagen wir erneut", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Automobilwoche. Eine erste Klage gegen Porsche war gescheitert. Der VW-Betriebsrat fühlt sich bei der Holding Porsche SE, welche die VW-Aktien hält, unterrepräsentiert. Zudem sieht die Arbeitnehmerseite im VW-Aufsichtsrat Volkswagen juristisch als "beherrschtes Unternehmen".
Somit fielen dem VW-Betriebsrat bei der Porsche SE mehr Rechte zu. "Die ganze Zusammensetzung der Holding deutet auf eine Strategie hin, die wir nicht kennen", heißt es in Aufsichtsratskreisen. So gebe es in der SE einen Vorstandsvorsitzenden und einen Stellvertreter. "Das macht man doch nur, wenn der Vorstand noch erweitert werden soll", so ein Aufsichtsrat. Bei solchen Entscheidungen verlangt der VW-Betriebsrat mehr Mitsprache.
VW-Vorstandschef Martin Winterkorn befürchtet, Volkswagen könne durch einen Dauer-Streit Schaden nehmen: "Ich bin sicher, die Beteiligten werden sich arrangieren. Die wissen, dass sie VW nicht beschädigen sollten und ihren Streit beenden müssen", sagte Winterkorn der Automobilwoche.
Porsche plant bereits, die "Gemeinschaftsprojekte mit VW zu intensivieren", sagt Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer. "So kann ich mir gut vorstellen, unsere Kräfte in der Forschung und Vorentwicklung zu bündeln." Als weiteres Beispiel nennt er einen Dieselmotor von VW für das Porsche-SUV Cayenne: "Unsere inzwischen sehr engen Kontakte zum VW-Konzern, immerhin Europas Marktführer in der Dieseltechnologie, könnten uns in dieser Richtung neue Möglichkeiten eröffnen."
VW-Vertriebschef Detlef Wittig machte dagegen klar, wo die Grenzen der Zusammenarbeit liegen: "Vor dem Kunden und bei den Produkten werden VW und Porsche auch weiterhin klar voneinander getrennt auftreten."