Der LRX bekommt auch einen sparsamen Antrieb: Unter der Haube steckt ein zwei Liter großer Common-Rail-Motor, der für den Einsatz von Biodiesel ausgelegt ist und erstmals bei Land Rover nur die Vorderachse antreibt. Zum Allradler wird die Studie durch einen Elektroantrieb an der Hinterachse. Diese Kombination habe das Potenzial, den CO2-Ausstoß des Geländewagens unter 120 Gramm pro Kilometer zu drücken, sagte Land-Rover-Chef Phil Popham in Detroit.
Ebenfalls einen "grünen Anstrich" trägt der Saab 9-4X Biopower, dessen Motor auf den Einsatz von Bio-Ethanol abgestimmt ist. Der erste selbst entwickelte Saab-Geländewagen ist zwar offiziell noch eine Studie. Er soll aber bereits 2009 auf den Markt kommen. Viel ändern wird sich am Fahrzeug nicht mehr: Zwar werden der Skiständer im Kofferraum und das Heizfach für die Winterstiefel gestrichen, doch die Form ist bereits weitgehend serienreif.
Auch die Technik ist bekannt: Der Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung zwischen den einzelnen Hinterrädern kommt laut Saab-Sprecher Patrick Munsch vom Saab 9-3, und Bio-Power-Antriebe gibt es bereits in allen anderen Modellen. Allerdings ist der Vierzylinder der Studie mit 221 kW/300 PS deutlich stärker als in den Serienautos.
Neben diesen kompakten Messepremieren stehen eine Reihe weiterer kompakter Allradler aus Europa in Detroit am Start. So hat Volvo für den Genfer Salon die Weltpremiere des XC60 angekündigt, und Audi-Chef Rupert Stadler verspricht für dieses Jahr einen kleinen Ableger des Q7.
Auch bei den Amerikanern beginnt ein Umdenken: Mögen die großen Pick-ups wie der Ford F-150 und der Dodge Ram zwar noch im Mittelpunkt stehen - daneben zeigen die US-Hersteller zumindest mit ihren Studien, wie Geländewagen kleiner und sparsamer werden können. Nicht umsonst steht auf dem Ford-Stand ein futuristischer Explorer mit ungewöhnlich kompaktem Format, dessen aufgeladener Benzindirekteinspritzer 30 Prozent weniger verbrauchen soll als ein aktueller V6-Motor.
Bei Jeep dreht sich alles um den zweisitzigen Renegade, der nach Angaben von Entwicklungschef Frank Klegon ein wenig wie die kleine Version des Wrangler daherkommt und von einem neuartigen Elektroantrieb mit zusätzlichem Diesel-Generator in Fahrt gebracht wird. Und bei General Motors wird sogar der Hummer fast zum Öko-Auto, weil die 4,34 Meter lange Studie HX nicht nur kürzer und flacher ist als alle anderen Modelle der Marke, sondern auch von einem Benzindirekteinspritzer mit Ethanol-Umrüstung angetrieben wird.
Solche Entwicklungen seien bitter nötig und haben auch in Europa gute Chancen, sagt Marktforscher Henner Lehne vom Prognosespezialisten CSM in Frankfurt/Main: "Denn Sport Utility Vehicles werden auch weiterhin im Trend liegen. Aber ein neues Segment mit kleineren Fahrzeugen wird sich entwickeln."