Langenzenn/Ratingen. Der Klimawandel und die steigenden Spritpreise zwingen die Industrie und die Verbraucher zum Umdenken. Um die CO2-Emissionen zu verringern und die Kosten halbwegs im Griff zu behalten, sind umweltfreundliche Neuentwicklungen, die weniger Sprit verbrauchen und Kohlendioxid (CO2) in die Luft pusten sowie ein ressourcenschonendes Fahrverhalten geboten. Ein weiterer Ansatz ist, die Umwelt- und Kostenbilanz schon zugelassener Autos zu verbessern: Hier gewinnt neben Autogas das Umrüsten auf Bioethanol an Bedeutung.
Bioethanol wird laut dem ADAC in München durch Destillation nach alkoholischer Gärung aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Als solche kommen Getreide, Zuckerrüben, Zuckerrohr oder auch Stroh und Holzabfälle in Betracht. Ethanol kann in Reinform als sogenanntes E100 oder als Mischkraftstoff mit einem Anteil an fossilem Ottokraftstoff - zum Beispiel als E85 oder E50 mit 85- oder 50-prozentigem Ethanolgehalt - in Ottomotoren verwendet werden.
Zu den Vorteilen von Ethanol zählt laut dem Verein "Mobil ohne Fossil" in Weilheim (Bayern), der sich die Förderung regenerativer Kraftstoffe zur Aufgabe gemacht hat, die Klimaneutralität: Das CO2, das beim Verbrennen entsteht, wurde von Pflanzen zuvor aus der Luft gebunden. Ethanol trage somit nicht zum Treibhauseffekt bei. Hinzu kommen die geringeren Kosten: Ethanol lässt sich günstig herstellen und ist von der Mineralölsteuer befreit. "Insgesamt errechnet sich ein Preisvorteil von 20 Prozent gegenüber Benzin - schon bei den heutigen Benzinpreisen", so der Verein.