Frankfurt. Volkswagen (VW) prüft nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Mittwoch) die Übernahme des serbischen Autobauers Zastava. Derzeit gehören 99,9 Prozent des Unternehmens dem Staat Serbien. Dieser wolle Zastava privatisieren. 2007 habe der einstige Stolz Jugoslawiens mit 4000 Mitarbeitern nur noch 25.000 Autos produziert, in den 80er Jahren waren es mehr als 200.000. Laut "Handelsblatt" hält VW die Produktionsanlagen aber für veraltet. "Das wäre wie eine Neuinvestition", zitierte das Blatt einen Sprecher. Volkswagen hat am Mittwoch auf den Bericht reagiert und Erwartungen an eine Übernahme gedämpft. "Wir haben uns das Werk angeschaut. Wir sind aber weit von einer Entscheidung entfernt", sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Wolfsburg.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöfer sieht den einzigen Wert in seinem solchen Investment im Zugang zum russischen Markt. Dazu müsste Serbien aber sein Freihandelsabkommen mit Russland auch auf Autos ausweiten.
Der US-Autokonzern General Motors schloss dem Bericht zufolge einen Kauf kategorisch aus. Von September an wird der Opel-Astra in Lizenz in Serbien produziert. Auch Fiat lässt den Punto bei Zastava bauen und gilt wegen seiner seit den 1950er Jahre andauernden Partnerschaft als idealer Partner. Auch Ford, der indische Autobauer Tata und der chinesische Konkurrent FAW haben der Zeitung zufolge Interesse an einer Übernahme bekundet. (dpa-AFX/gem)