Grundsätzlich meine ich: Was bis zum Sommerurlaub nicht erreicht ist, das holt man im Restjahr kaum auf. Mit Blick auf den deutschen Gesamtmarkt glaube ich nicht mehr daran, dass die Zulassungszahlen des Vorjahres über alle Hersteller hinweg erreicht werden. 2008 war und bleibt ein Jahr voller Risiken. Umso wichtiger ist es für Skoda, auf Wachstumsmärkten wie China, Russland und der Ukraine stark präsent zu sein. Aber auch in Deutschland, wo weithin Stagnation herrscht, legt Skoda leicht zu.
Skoda-Chef Jung: "Wir haben alle Hände voll zu tun"
Von der Krise des Kapitalmarkts in den USA bleibt Europa nicht verschont. Ich denke da etwa an den jüngsten Verfall der Immobilienpreise in Spanien und England. Beide Länder sind auch wichtige Automärkte, auf denen in den vergangenen Monaten einige Pkw- Hersteller dramatische Absatzeinbrüche hatten. Und in Deutschland gibt es leider nach wie vor eine enorme Verunsicherung in puncto Emissionsgesetzgebung.
Zunächst möchte ich eines voranstellen: Wir haben ja in diesem Jahr unser Flaggschiff eingeführt, den neuen Superb. Und wir sind fest davon überzeugt, dass die sehr geräumige Limousine der Marke Skoda als Ergänzung nach oben gut tun wird. Gleichwohl gibt es in der Tat einen gewissen Drift zu Fahrzeugen mit kleinerem Hubraum. Mit unserem breiten Angebot im A0- und im A-Segment sind wir darauf schon gut vorbereitet. Einen kleineren Diesel mit 1,6 Liter Hubraum wird Skoda bald offerieren. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck an einem Fahrzeug im Größensegment von 3,50 bis vier Meter unterhalb des Fabia.
Ja. Wir versuchen auch bei diesem Projekt, eine möglichst große Nähe zu bestehenden Baukästen zu erreichen und laufen dabei völlig synchron mit der Konzernmutter VW. Das Skoda-Derivat wird aber nicht vor 2011 erscheinen, denn wir haben alle Hände voll zu tun.
Die Entscheidung über den Produktionsstandort haben wir noch nicht getroffen. Die Währungsverteuerung bei der tschechischen Krone hat die Vorteile des Standorts Tschechien etwas belastet. Wir gehen jedoch davon aus, unsere Fabriken weiter verbessern zu können und sehen der VW-Planungsrunde 57 Ende dieses Jahres optimistisch entgegen.
Es sind immer wieder reizvolle Aufgaben, hoch emotionale Fahrzeuge für Automobilenthusiasten zu entwerfen. Angesichts unseres überaus strammen Programms für die nächsten drei Jahre wären ein Coupé oder ein offener Skoda allerdings keinesfalls opportun.
Die Entwicklungen in diesem Bereich beobachten wir sorgfältig. Für unsere Palette jedoch gelten zunächst zwei andere Prioritäten. Zum einen wollen wir unser Angebot an Flex-Fuel-Aggregaten ausweiten, wie sie in Regionen wie Schweden längst unverzichtbar sind.
Zum anderen beschäftigt sich Skoda intensiv mit verschiedenen Gasmotoren. Und ob wir für die Zukunft gleich auf einen reinen Elektroantrieb setzen werden oder auf einen Dieselhybriden, ist momentan noch nicht absehbar.
Ich kann versichern, dass die Prämissen von Außenstehenden oft falsch eingeschätzt werden. Weitaus wichtiger als die Justierungen innerhalb des VW-Konzerns sind die externen Wettbewerber für die jeweiligen Preispositionen.
Beim Yeti stehen nun Millionen von Testkilometern an, damit das Auto wirklich reif ist für den Kundeneinsatz.
Noch vor sechs bis acht Monaten schien der Druck an dieser Stelle viel höher als er sich mittlerweile darstellt. Angesichts der verschärften CO2- und Verbrauchsdebatten fühlen wir uns mit dem kompakten Roomster rundum glücklich. Ein geräumiger Van bleibt zwar ein bedeutsames Thema für Skoda, aber der besagte Kleinwagen hat aktuell Vorrang.
Die Ausweitung der Skoda-Aktivitäten auf den wachsenden Märkten China, Russland, Ukraine und Indien fordert unsere volle Konzentration. Daher haben wir momentan für die US-Fabrik in Chattanooga keine eigenen Pläne.
Da bin ich total entspannt. Skoda unterhält keinerlei Geschäftsbeziehungen zum Hause Porsche. Alle wichtigen Entscheidungen werden im Vorstand und im Aufsichtsrat von Skoda oder mit dem Konzernvorstand getroffen.
Nein. Ich treffe Herrn Wiedeking nur regelmäßig auf Automobilmessen.
Das ist ein großes Problem. In den vergangenen vier Jahren hat sich etwa der Stahlpreis glatt verdoppelt. Kein Zweifel, Autos werden künftig teurer. Auch Skoda kommt innerhalb des nächsten Jahres nicht ohne Preismaßnahmen aus.
Wir sind sehr vorsichtig. Um reaktionsfähig zu bleiben, dünnen wir gerade bewusst unsere Versorgungspipeline aus und fahren die Produktion ein wenig zurück. In hoffentlich weiser Voraussicht.