Peking. Der Einkauf von Autoteilen in China wird teurer. Wegen eines neuen Arbeitsgesetzes steigen die Personalkosten um bis zu 30 Prozent. Auch die Rohstoffpreise nehmen zu, und der schwache Dollar verhagelt die Geschäfte mit den USA. Zudem müssen chinesische Zulieferer immer mehr Zeit und Geld aufbringen, um internationale Standards zu erreichen.
Ist China also noch eine Quelle für billige Autoteile oder sind die niedrigen Preise inzwischen ein Mythos? "Nein, kein Mythos", sagt John Parker, Executive Vice President of Asia Pacific and Africa bei Ford. "Aber man muss das im Detail analysieren." Ford beispielsweise kauft Elektronik, Radios, Antennen, Leichtmetallräder, Schmiede- und Gussteile in China ein.
Wettbewerbsfähig ist China insbesondere bei Metallteilen. Trommelbremsen und Zylinder, die der Zulieferer Foster Parts in China einkauft, kosten laut Foster Parts-Manager Doug Labac nur ein Drittel dessen, was in den USA bezahlt werden muss. Seine Teile bezieht Foster von Winhere Auto-Part Manufacturing in Qingdao. "Winhere kann sich bei der Qualität mit jedem anderen Hersteller der Welt messen", so Labac. Derzeit versorgt Foster den amerikanischen Aftermarket, künftig will das Unternehmen aber auch Autohersteller direkt beliefern.
Magneti Marelli kauft in China Werkzeuge für Kunststoff-Formteile. "Der Standort ist in diesem Bereich sehr kostengünstig", sagt Jim Weng, Managing Director bei Magneti Marelli Powertrain China. Obwohl die Arbeitskosten steigen, machen sie dennoch nur ein bis 1,5 Prozent der Gesamtkosten aus - bei 15 bis 20 Prozent in Europa und sogar 18 bis 20 Prozent in den USA.
Die steigenden Preise in China dürften auch dem jungen deutschen Unternehmen Sinamotive den Markteinstieg erschweren. Sinamotive fungiert als Vermittler und Qualitätsdienstleister zwischen chinesischen Teileherstellern und deutschem Aftermarket. Geführt wird das Unternehmen von Knut Schüttemeyer, ehemals weltweiter Servicechef von Volkswagen.