Das schwerste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg, weltweit. Die Märkte sind auf Talfahrt, wir müssen den Abschwung mit Konjunkturprogrammen aufhalten. Das haben weltweit alle Politiker verstanden außer der Frau Merkel und dem Herrn Steinbrück.
Experte: "Das schwerste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg"
Die Investitionen werden radikal gesenkt. Beschäftigte werden in Kurzarbeit geschickt. Nächstes Jahr ist überall Sparen hoch drei angesagt bei den Automobilherstellern. Und das ist eigentlich sehr schade, denn unsere Wirtschaftspolitik hat auch dazu geführt, dass dieses Sparen so knallhart durchgesetzt wird. Denn dadurch, dass man die Klimaziele so wachsweich gemacht und auf 2015 geschoben hat, geht man das große Risiko ein, dass viele Investitionsprogramme für spritsparende Autos aufgeschoben werden.
Nein, die Autos bleiben gleich. Die Qualität ändert sich nicht. Wir werden aber zum Teil längere Lieferzeiten bei speziellen Ausführungen haben.
Wenn es Produktionsstopps und Kurzarbeit bei den Zulieferern gibt, können bestimmte Ausstattungen wie Leder schlechter disponiert werden. Sie müssen erst warten, bis sich mehrere gleiche Bestellungen ansammeln.
Es hat sich gezeigt, dass Billigautos ganz ganz wichtig sind für die neuen Märkte, für die Zukunft der Autoindustrie. Auch bei uns werden sie ihre Marktanteile holen, man kann sich durchaus zehn Prozent in fünf Jahren vorstellen.
Ja, wir gehen davon aus, dass wir in der zweiten Hälfte 2010 Stück für Stück aus der Krise herauskommen und es langsam wieder aufwärts geht. Und es kommt darauf an, was dann verkauft wird. Nach heutiger Einschätzung wird der Trend zum Hybrid-Antrieb, zur Spritspartechnik sehr stark sein. Wenn allerdings die Treibstoffpreise so niedrig bleiben wie jetzt, dann würden viele von diesen Investitionen in den Sand gesetzt. Was wir frühen schon einmal hatten - der Flop des Drei-Liter-Autos Lupo - das könnte sich wiederholen. Wir hätten es vermeiden können, wenn wir die Klimaziele beim Jahr 2012 gelassen hätten. Dann hätten die Autobauer mit Hochdruck an Hybrid- und Elektroantrieben arbeiten müssen.
Ja. 25 Prozent der Händler in Deutschland werden 2009 und 2010 in große Schwierigkeiten kommen. Und wir müssen aufpassen, dass uns die Zulieferer-Unternehmen nicht wegbrechen. Für die Zulieferer muss ein Hilfsfonds eingerichtet werden, der ertragreiche Unternehmen, die in Liquiditäts-Schwierigkeiten kommen, zum Beispiel mit Bürgschaften unterstützt. Wir meinen, fünf Milliarden Euro wären ein angemessener Rahmen.
Bei den US-Autobauern ist es nach meiner Einschätzung so, dass General Motors und Chrysler in so großen Problemen sind, dass man sich nicht vorstellen kann, dass sie ohne staatliche Hilfe an einer Insolvenz mit Gläubigerschutz vorbeikommen. Bei Ford würde ich das anders sehen. Ford ist deutlich besser aufgestellt. Erstens sind sie in Europa ertragreich. Und zweitens haben sie in Amerika eine bessere Liquiditätsposition, weil sie schon viele Hausaufgaben gemacht haben und zum Beispiel Land Rover und Jaguar verkauften.