Wolfsburg. Volkswagen arbeitet mit Hochdruck an der Gewichtsreduzierung künftiger Modelle, um den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen weiter zu reduzieren. Zudem forciert Europas größter Autohersteller die Inhouse-Produktion ausgewählter Leichtbauwerkstoffe, um die Kompetenzen rund um diese Schlüsseltechnologie zügig außubauen.
„Der Geschäftsbereich Komponenten muss sich auf solchen Gebieten verstärken, die VW bei der Senkung von Verbrauch und CO2-Ausstoß weiterhelfen", bestätigte Werner Neubauer am Rande der VW-Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg gegenüber Automobilwoche. „Das sind momentan vor allem die Bereiche Kohlefaser und Elektrotraktion", so das seit Februar 2007 für den Komponentenbau verantwortliche Mitglied des VW-Markenvorstands. Wichtig sei dabei die „frühe und enge Zusammenarbeit mit der technischen Entwicklung".
Deren Chef, VW-Topmanager Ulrich Hackenberg, beurteilt die jüngste Explosion der Benzin- und Dieselpreise zwar auch als „große Herausforderung". Doch im Vergleich zu Wettbewerbern schätzt Hackenberg Volkswagen als bereits gut aufgestellt ein: „Wir sind vor allem durch die Entwicklung unserer modernen TSI-Motoren in einer vorzüglichen Ausgangsposition, haben zusammen mit innovativen Dieselmotoren überzeugende Angebote für beide Kraftstoffsektoren und somit die besten Möglichkeiten zum Ausgleich bei Nachfrageschwankungen."
Aufgrund der jüngst vor allem bei Diesel immens gestiegenen Kraftstoffpreise verzeichnet der VW-Handel bereits eine Verlagerung des Kaufinteresses hin zu ökonomischen Benzinern. „Für PS-starke Selbstzünder interessieren sich, wenn überhaupt, nur noch Fahrer, die beruflich extrem lange Strecken zurücklegen", konstatiert ein norddeutscher VW-Verkäufer. „Kleine Benziner hingegen erleben eine Renaissance." Auf Neuwagen mit verbrauchs- und emissionsarmen TSI-Aggregaten, insbesondere die Basisversion mit 122 PS, müssen Volkswagen-Käufer oft mehrere Monate warten (Automobilwoche 10/2008).
Suche nach Skaleneffekten
Bei Elektroantrieben kooperiert VW international mit spezialisierten Unternehmen. So wurde für die Entwicklung von Hochleistungsspeichern mit Lithium-Ionen-Technik vor Kurzem eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Sanyo-Konzern vereinbart.
Beim Ausbau der Leichtbauaktivitäten will VW die Kostenlast über Skaleneffekte auf alle Konzernmarken von SŠkoda bis Bentley verteilen. Konzernchef Martin Winterkorn fordert „kundennahe Innovationen, die echten Mehrwert bringen und bezahlbar sind".